HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Coronavirus-Pandemie

Das Coronavirus SARS-CoV-2 fordert unser Gesundheitssystem und unsere Hausarztpraxisteams im Moment immens. Als Hausärzteverband Baden-Württemberg sehen wir es in unserer Verantwortung, die hausärztliche Versorgung auch unter außergewöhnlichen Umständen zu schützen. Die Gesundheit unserer Hausärztinnen und Hausärzte und ihrer Teams steht für uns an oberster Stelle. Sie alle sind eine der wichtigsten Säulen unserer Gesundheitsversorgung! Damit Sie gut vorbereitet und informiert sind, haben wir wichtige Fragen und Antworten rund um die Coronavirus-Pandemie für die Hausarztpraxis zusammengestellt.

Wir sagen Danke!

Als Hausärzteverband Baden-Württemberg möchten wir uns ganz herzlich für den unermüdlichen Einsatz von Ihnen und Ihren Praxisteams bedanken! Bleiben Sie gesund und schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter. Dämmen Sie Arzt-Patienten-Kontakte und Patient-Patienten-Kontakte dafür so gut wie möglich ein und nutzen Sie neue Möglichkeiten der Patientenversorgung. Kümmern Sie sich in direktem Kontakt nur dann um COVID-19-(Verdachts-)Fälle, wenn Sie eine funktionsfähige Schutzausrüstung besitzen.

Unsere Hausärzte im Interview

Was ist eine Fieberambulanz und wie richte ich sie ein? | Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth

Patienten mit Fieber und Infekten haben es zunehmend schwer, einen Termin beim Hausarzt zu bekommen. Sie müssen aber bei anhaltenden Beschwerden genauso versorgt werden. Deshalb hat in der Huchenfelder Hochfeldhalle in Pforzheim eine Fieberambulanz (www.corona-ambulanz-pforzheim-biet.de) eröffnet. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Hausärztin im Enzkreis und Vorstandsmitglied im Hausärzteverband Baden-Württemberg, arbeitet dort aktiv mit. 

Warum haben Sie eine Fieberambulanz eröffnet?
Nicola Buhlinger-Göpfarth: Die ambulante Versorgung ist an vielen Orten in Baden-Württemberg nur noch sehr eingeschränkt möglich. Viele Hausarztpraxen können nicht arbeiten, weil sie keine Schutzausrüstung mehr haben. Kliniken, Notrufnummern und Gesundheitsämter sind infolge vollkommen überlastet. Mit Hilfe von Fieberambulanzen helfen wir die ambulante Versorgung wieder sicherzustellen, das dürfen unsere Patientinnen und Patienten zu Recht von uns erwarten. Es kommt keine Hilfe von außen, wir müssen als Hausärztinnen und Hausärzte selbst handeln!

Was ist Aufgabe einer Fieberambulanz?
Nicola Buhlinger-Göpfarth: Die Aufgabe einer Fieberambulanz ist die Triagierung von Patienten. Wir trennen Patienten, die ambulant verbleiben können, von denen, die eine stationäre Behandlung brauchen. In der Fieberambulanz begegnen uns vor allem fiebernde Patienten mit Vorerkrankungen und ältere Patientinnen und Patienten.

Was ist bei der Errichtung einer Fieberambulanz zu beachten?
Nicola Buhlinger-Göpfarth: Wer eine Fieberambulanz einrichten möchte, muss sich sehr gut mit allen zuständigen Stellen vernetzen. Dazu zählen das Gesundheitsamt, die örtliche Verwaltung und Verwaltungsbeamte der örtlichen Behörden, der Katastrophenschutz, das Deutsche Rote Kreuz, die Klinikärzte, die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, der Hausärzteverband Baden-Württemberg  und natürlich die Kolleginnen und Kollegen vor Ort.

Wie wird die Arbeit als Fieberambulanz vergütet?
Nicola Buhlinger-Göpfarth: Jede Fieberambulanz hat eine eigene BSNR, die man bei der Kassenärztlichen Vereinigung erfragt. Alle Kolleginnen und Kollegen, die dort mitarbeiten, rechnen über ihre LANR mit der KV ab.

Auf welche Herausforderungen stellen Sie sich derzeit besonders ein?
Nicola Buhlinger-Göpfarth: Wir rechnen täglich mit neuen Herausforderungen und mit wenig Schlaf in den nächsten Wochen. Wir sind darauf vorbereitet, dass am Anfang vielleicht auch improvisiert werden muss und Arbeitsabläufe täglich angepasst werden müssen.

Wie organisiere ich eine Fieberambulanz? | Marianne Difflipp-Eppele

In Karlsruhe hat Marianne Difflipp-Eppele, Hausärztin und Vorstandsmitglied im Hausärzteverband Baden-Württemberg, in ihren Praxisräumen eine Fieberambulanz eingerichtet. Ihre Räumlichkeiten mit Anmeldung, Wartezimmer und zwei Sprechzimmern sowie einem zusätzlichen Wartezimmer und vier weiteren Sprechzimmern in Reserve sind ideal geeignet.

Wie ist Ihre Fieberambulanz organisiert?
Marianne Difflipp-Eppele: Unsere Fieberambulanz ist täglich von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, so dass werktags Hausarztpraxen und am Wochenende die Integrierte Leitstelle Patienten anmelden können. Bei steigendem Bedarf ist geplant, die Zeiten auf 10:00 bis 14:00 Uhr und 16:00 bis 20:00 Uhr auszuweiten. 

  • Aktualisierung (28.03.2020): Wir müssen unsere Abläufe permanent den Anforderungen anpassen. Im Moment arbeitet jeweils ein Team aus Arzt und MFA in der Fieberambulanz. Wenn mehr Kollegen erkranken oder in Quarantäne müssen, kann es erforderlich sein, dass mehrere Teams aus Ärzten und MFAs zeitgleich dort arbeiten müssen.

Die Praxisorganisation erfolgt über einen Online-Kalender. Über einen Zugangscode können unter der Woche die Kolleginnen und Kollegen aus den Hausarztpraxen und am Wochenende die Integrierte Leitstelle Termine im 10-Minuten-Takt online eintragen. 

  • Aktualisierung (28.03.2020):  Zusätzlich ist montags bis freitags von 09:00 bis 16:00 Uhr eine Telefonnummer geschaltet, unter der Patienten angemeldet werden können.  Der diensthabende Arzt in der Fieberambulanz vergibt die Termine selbst und hat die Möglichkeit Rückfragen zu stellen. Behandelt werden nur angemeldete Patienten, es besteht kein freier Zugang. Am Wochenende gibt die 116 117 die Telefonnummer an durch telefonische Abfrage vorgefilterte Patienten. Dazu zählen a) Patienten, die 80 Jahre  oder älter sind, mit Fieber, Husten und Allgemeinsymptomen sowie b) chronisch kranke Patienten mit Fieber, Husten und Allgemeinsymptomen und c) Patienten ohne chronische Vorerkrankung mit Fieber, Husten und Allgemeinsymptomen, sofern die Beschwerden sich so verschlechtern, dass sie untersucht werden müssen und eine häusliche Isolation als alleinige Maßnahme nicht mehr ausreicht.

Die Patienten bekommen an der Anmeldung einen Mundschutz und einen Anamnesebogen. Wir führen keine Abstriche durch. Die diensthabenden Ärzte bringen jeweils ihre MFA mit. Es gibt eine Umsatzgarantie von 150 Euro für Arzt und MFA pro Stunde.

Mit dem Labor ist vereinbart, dass sie für uns große Blutbilder und CRP bestimmen. Die Proben werden jeden Abend abgeholt und einen Server eingerichtet, so dass die Ergebnisse auf den PC eingespielt werden können. Röhrchen und Blutentnahmematerial wird uns gestellt.

Wie ist die Fieberambulanz ausgestattet?
Marianne Difflipp-Eppele:  Mobiliar, Reinigung, Abfallentsorgung, Seife, Handtücher und Toilettenpapier stellt unser Landratsamt. Die Hard- und Software (T2med) wurde bei uns über die Firma Netzwerft eingerichtet inklusive einem zentralen Drucker an der Anmeldung und einem Kartenlesegerät. 

Für den Anfang haben wir bestellt: ein Ohrthermometer mit Schutzhüllen, ein Otoskop mit Tipps, ein elektronisches Blutdruckmessgerät, eine Sauerstofflasche mit Druckminderer, ein Pulsoximeter, Mundspatel, Latex-Handschuhe Gr. M und L, Infusionslösungen, Braunülen, Kanülenabwurfboxen, Mulltupfer, Octenisept Sprühflaschen, Flächendesinfektionsmittel (Sprühflaschen) und Schutzbrillen. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg stellt Schutzausrüstung (Masken und Kittel), Desinfektionsmittel und Mundschutz-Masken für die Patienten.

Wie erfolgt die Abrechnung in der Fieberambulanz?
Marianne Difflipp-Eppele:  In das Praxis-Programm T2med können aktuell bis zu 20 LANR eingepflegt werden. Die Leistungen werden also auf den jeweiligen Arzt abgerechnet werden, der sich am Anfang seines Dienstes anmeldet. Wichtig ist, dass man die genaue Anschrift der Fieberambulanz kennt. Die Adresse braucht man, weil die Fieberambulanz eine eigene BNSR bekommt. Wir in Karlsruhe sind zunächst mit den Rezepten und der BSNR unserer Notfallpraxis gestartet. 

Wie schütze ich meine Praxis vor Infektionen? | Dr. Doris Reinhardt  

Dr. Doris ReinhardtDr. Doris Reinhardt, niedergelassene Hausärztin in Friesenheim und Vorstandsmitglied im Hausärzteverband Baden-Württemberg beschreibt, welche Maßnahmen sie in ihrer Praxis ergriffen hat, um die Infektionsgefahr soweit es geht zu reduzieren.

Zur Vermeidung von Infektionen in der Praxis ist im Umgang mit Patienten auch weiterhin wichtig, dass sämtliche Kontakte soweit es geht vermieden werden. Darum sollten Patienten nur einzeln in die Praxis gelassen werden und bei Gesprächen sollten auch in den Praxisräumen mindestens 1,5 bis 2 m Abstand gehalten werden. Infektpatienten können von allen anderen Patienten zeitlich getrennt werden, um so Kontakte möglichst zu vermeiden. Die Mitarbeiter in der Praxis sollten mit FFP-2-Masken im Kontakt mit Infektpatienten geschützt werden und durch das Beachten der Mindestabstände sowie häufiger Händehygiene.

Alle Untersuchungen am Patienten finden so kontaktarm und so zeitlich begrenzt wie nur möglich statt. Nach der Untersuchung werden die Patienten direkt wieder rausgeschickt und alle Unterlagen werden den Patienten nach draußen gereicht und außerhalb der Praxis übergeben.

Alle Patienten, die eine Rezeptverordnung benötigen und medizinische Fragen haben, die nicht einer ärztlichen Untersuchung bedürfen, können sich zur telefonischen Beratungssprechstunde anmelden, für die bewusst mehr Zeit im Praxisalltag eingeplant ist. Für die Bestellung von Rezepten ist ein Rezept-Anrufbeantworter installiert, auf dem die Patienten rund um die Uhr Rezepte bestellen können. Während der Corona Krise wurde dieser Service noch erweitert: am Ende der Sprechstunde können die Rezepte in eine von den Patienten genannte Apotheke gebracht werden. Weiterhin in die Praxis kommen sollten alle Patienten, die ärztlich Untersucht werden müssen, dies gilt auch für Hausbesuche.

Zur Entlastung der Hausärzte und Notfallpraxen werden zunehmend Fieber- oder Corona-Ambulanzen eingerichtet. So auch in der Oberrheinhalle in Offenburg. Dort öffnet die Fieberambulanz am 6. April für die Patienten. Die Fieberambulanz ist täglich von 10-16 Uhr für Patienten mit Verdacht auf eine Coronainfektion, nach Anmeldung durch den Hausarzt geöffnet. Es ist damit zu rechnen, dass die Zahlen der Infizierten bis Ostern deutlich steigen werden, darum müssen die Hausarztpraxen unterstützt werden, damit die niedergelassenen Ärzte ihren Betrieb aufrechterhalten können. Dabei ist ebenfalls wichtig, die Patienten so zu steuern, dass sie nicht die Kliniken aufsuchen, die sich auf die Behandlung schwerkranker Infizierter vorbereiten.

Dr. Doris Reinhardt im Interview:
„So kontaktarm wie möglich“ |  01.04.2020 |  Badische Zeitung
Offenburg bekommt Corona-Ambulanz |  02.04.2020 |  Badische Zeitung

 

Wie arbeitet eine Corona-Ambulanz? | Dr. Susanne Bublitz

Dr. Susanne Bublitz ist Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis im Hohenlohekreis und engagiert sich im Hausärzteverband Baden-Württemberg zum Beispiel im Forum Hausärztinnen Baden-Württemberg. Um die ambulante Versorgung im Hohenlohekreis in der Coronavirus-Krise zu stärken, haben die niedergelassenen Ärzte zusammen mit ihren Kollgen im Krankenhaus eine Corona-Ambulanz organisiert.

Wie haben Sie die ambulante Versorgung im Hohenlohekreis organisiert?
Susanne Bublitz: Fast alle Hausärzte haben ihre normale Sprechstunde eingestellt und behandeln nur noch Notfälle. Diese Notfälle versuchen wir nach Infekten und Nicht-Infekten aufzuteilen. Leichte Infekte werden telefonisch organisiert, bei Alarmsymptomen kommen sie in die Hausarztpraxis oder werden zu Hause besucht.  Infektpatienten, bei denen nicht klar ist, ob sie weiter ambulant behandelt werden können oder stationär aufgenommen werden müssen, können in der neuen Corona-Ambulanz im Krankenhaus weiter untersucht werden. Das Krankenhaus hat dafür die erforderliche Ausstattung. Das Personal kann aber nicht zwei Ambulanzen gleichzeitig besetzen. Deshalb unterstützen wir die neue Corona-Ambulanz zum Teil mit niedergelassenen Ärzten, um die Kollegen des Krankenhauses zu entlasten.

Was sind die größten Herausforderungen in der Corona-Ambulanz?
Susanne Bublitz: Probleme haben uns vor allem logistische Fragen bereitet: Wie wissen wir, dass ein Patient da ist? Wer holt ihn aus dem Wartebereich ab? Wer bedient den Computer, wenn der Arzt den Patienten untersucht hat? Wer organisiert das Röntgen? Wie kommt dann der Befund von der Radiologie im 1. Stock zu uns nach unten?

Die Organisation gestaltet sich noch etwas holprig, weil wir die Strukturen des Krankenhauses nutzen, aber die Abläufe und Formalitäten im System der Kassenärztlichen Vereinigung ganz andere sind. Wir können deshalb nicht auf die Krankenhaussoftware zugreifen und mussten deshalb kurzfristig eine Praxisinfrastruktur aufbauen. Wir arbeiten im Moment mit einer Computereinheit mit zertifizierter Praxissoftware. Damit können wir Überweisungen für das Röntgen und für eine Blutgasanalyse in der Inneren Medizin ausstellen. Das Krankenhaus kümmert sich in der Ambulanz auch um die Fälle, die stationär aufgenommen werden müssen. Daher können wir für diese Untersuchungen gegebenenfalls auch auf eine Schwester des Krankenhauses zurückgreifen.

Wann ist die Corona-Ambulanz geöffnet?
Susanne Bublitz: Im Moment arbeiten wir in zwei Dienstschichten: 10:00 bis 14:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr. Es hat sich gezeigt, dass der Zustand von Patienten sich auf den Nachmittag und Abend verschlechtert.

Wo werden Sie von verschiedenen Stellen unterstützt?
Susanne Bublitz: Wir probieren mit unserer Corona-Ambulanz im Moment die Überwindung von Sektorengrenzen aus. Die Zusammenarbeit mit der Klinik ist sehr positiv und die Verwaltung unseres Krankenhauses zeigt sich sehr flexibel. Ich hoffe, dass sich so eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten herstellen lässt.

Das Landratsamt hat uns einen Kopierer, ein Handy und eine Kaffeemaschine zur Verfügung gestellt. Wir können auf zwei Medizinstudentinnen und einen Rettungssanitäter zurückgreifen, die die Bedienung des Computers übernehmen, die Patienten von A nach B bringen und verschiedene Untersuchungen organisieren. Die Kassenärztliche Vereinigung liefert uns das Verbrauchsmaterial wie Masken und Schutzkittel.

Wie wird die Arbeit in der Corona-Ambulanz vergütet?
Susanne Bublitz: Wir sind offiziell eine "Fieberambulanz". Die Kassenärztliche Vereinigung hat einen Notdienstplan eingerichtet. Wir rechnen je Patient eine Notdienstpauschale von rund 13 Euro ab. Die KV bezahlt aber eine Umsatzgarantie von 150 Euro pro Stunde.

Fragen und Antworten

Wissenswertes

Wie viele Menschen sind im Moment infiziert?

Weltweit haben sich tausende Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das genaue Ausmaß der weltweiten Virusinfektion hat das amerikanische Center for Systems Science and Engineering (CSSE) an der John Hopkins University in Baltimore in einer interaktiven Karte visualisiert. Die Zahl der Infizierten wird ständig aktualisiert.

Den Stand der Infektionen in Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in einer interaktiven Karte dargestellt, mit den Zahlen auf Bundes- und Landesebene.

Zur Lage in Baden-Württemberg veröffentlicht das  Ministerium für Soziales und Integration regelmäßig neue Informationen zu aktuellen Fällen und Maßnahmen gegen eine weitere Verbreitung des Coronavirus im Land. Auf baden-württemberg.de finden Sie außerdem eine Übersichtskarte.

Wie halte ich mich über Neuigkeiten zu SARS-CoV-2 und Covid-19 auf dem Laufenden?

Besonders ans Herz legen wir Ihnen den Newsletter MMK-Benefits von Prof. Dr. Michael Kochen, mit aktuellen Informationen run um COVID-19. Als Mitglied im Hausärzteverband Baden-Württemberg haben Sie die Möglichkeit, die MMK-Benefits kostenfrei zu abonnieren. Kontaktieren Sie uns gerne unter info@hausarzt-bw.de, wenn Sie die MMK-Benefits künftig erhalten möchten. 

Die DEGAM  eine S1-Leitlinie „Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis“ veröffentlicht (AWMF-Nummer 053-054). Die Leitlinie wird regelmäßig angepasst und aktualisiert. Alle Dokumente sowie eine Anleitung zur Probenentnahme für Patienten stehen unter awmf.org zum Download.  

Das Robert Koch Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Auf rki.de stellt das Robert Koch Institut viele aktuelle Informationen zu Fallzahlen, Risikobewertungen, Meldepflichten, Verdachtsabklärung und Maßnahmen für die Hausarztpraxis zur Verfügung.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KBVW) stellt Hausärztinnen und Hausärzten in Baden-Württemberg auf kvbawue.de aktuelle Informationen zu Hygiene und Schutzausrüstung oder der Abrechnung rund um den Coronavirus bereit.

Auf aerztekammer-bw.de informiert die Landesärztekammer Baden-Württemberg über das Thema Berufshaftpflichversicherung oder andere arbeitsrechtliche Problemstellungen.

Bei Fragen rund um das Coronavirus erreichen Sie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg unter 0711 - 904-39555 (Montag bis Sonntag, zwischen 9 und 18 Uhr).

Der G-BA hat im Zusammenhang mit der Pandemie mit SARS-​CoV-2 zeitlich befristete Sonderregelungen in Bezug auf seine regulären Richtlinienbestimmungen getroffen. Auf einer Übersichtseite sind alle Bestandteiler dieser Sonerderregelungen aufgezeigt. 

Welche Abweichungen von der Approbationsordnung gibt es während der Coronavirus-Pandemie?

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine „Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ gezeichnet. Die Inhalte dieser Verordnung sind auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums einsehbar. 

Welche internationalen Quellen und Untersuchungen gibt es zu COVID-19?

Dr. med. Kemal Akdenizli hat folgende Leitlinien und Artikel aufgegriffen, die in Großbritannien bisher kommuniziert wurden:

Coronavirus disease 2019 (covid-19): a guide for UK GPs

BMJ Best Practice Coronavirus disease 2019 (COVID-19)

Rapidly managing pneumonia in older people during a pandemic

Laut Dr. Akdenizli werden demnach die Patienten in Risikogruppen eingeteilt und der Curb-Score wird genutzt. Es wird betont wie wichtig der schnelle Start von Antibiotika ist und geraten, dass Pflegeheime Antibiotika vorhalten, damit es zu keiner Verzögerung durch Lieferschwierigkeiten in der Pandemie kommt.

Zur Diagnose über Video und Telefon besagt das Review des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine laut Dr. Akdenizli, dass es keine evidenzbasierten validierten Tests gibt, das Review liefert aber hilfreiche Tipps zur Umsetzung. 

Regelungen zu Corona in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV)

 Wie wirken sich telefonisch erbrachte Behandlungsleistungen auf die Abrechnung der Grundpauschale „0000“ aus?

Bei einem telefonischen Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patient kann die Ziffer „0000“ über die HZV abgerechnet werden, wenn ein Behandlungsanlass zwischen Arzt und Patient vorliegt, z.B. aufgrund einer AU-Ausstellung. Der Kontakt zur Behandlung/Beratung zwischen Arzt und Patient kann dabei – persönlich, telefonisch oder per Video/Telemedizin erfolgen.

Wie ist ein HZV-Patient, der ein Corona-(Verdachts-)Fall ist, abzurechnen?

Grundsätzlich gelten für die ärztlichen Leistungen in der HZV keine Besonderheiten für bestimmte Erkrankungen wie nun das neuartige Coronavirus. Daher sind nach wie vor sämtliche Leistungen, die Bestandteil des HZV-Ziffernkranz sind, auch in diesen Fällen im Rahmen der HZV über das Rechenzentrum der Hausärzteverbände abzurechnen (i.d.R. insbesondere Abrechnung des APKs „0000“).

Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 auf dem KV-Abrechnungsschein zu kennzeichnen. Für HZV-Patienten gilt dies nur, wenn Leistungen abgerechnet werden, die NICHT im HZV-Ziffernkranz enthalten sind und dementsprechend über die KV vergütet werden. Veranlasst der Hausarzt einen COVID-19-Labortest, ist auf dem KV-Abrechnungsschein zusätzlich die Ausnahmekennziffer 32006 einzutragen, um ggf. die Erreichung eines Wirtschaftlichkeitsbonus Labor im Kollektivsystem in diesen Behandlungsfällen nicht zu gefährden.

Für Corona-Schwerpunktpraxen existieren darüber hinaus mit AOK BW, IKK, LKK weitere Vergütungsansprüche, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Für die Behandlung von eigenen HZV-Patienten mit Verdachtsdiagnose U07.2!G oder der bestätigten Diagnose U07.1!G erhalten Sie einen Zuschlag i.H.v. 10 EUR auf die abgerechnete kontaktabhängige Behandlungspauschale P2.
     
  • Für die Behandlung von fremdeingeschriebenen Patienten mit Verdachtsdiagnose U07.2!G oder der bestätigten Diagnose U07.1!G erhalten Sie einen Zuschlag i.H.v. 30 EUR auf die abgerechnete Vertreterpauschale.

Für die Auslösung des automatischen Zuschlags ist es notwendig uns darüber zu informieren, dass Ihre Praxis eine Corona-Schwerpunktpraxis im Sinne der KV BW Regelung ist. Dafür können sie unser Meldeformular Corona-Schwerpunktpraxis nutzen.

Die Vergütung erfolgt mit der Abrechnung Q2/20 rückwirkend für Q1/2020 (und Q2/2020).

Können zusätzlich zur 0000 bei einem telefonischen/telemedizinischen Kontakt weitere Pauschalen abgerechnet werden?

Für die HVZ-Verträge mit der AOK BW können zusätzlich Behandlungspauschalen P4, P5, P6, P7 sowie die Vertreterpauschale abgerechnet werden, auch wenn der Arzt-Patienten-Kontakt ausschließlich per Video oder Telefon erfolgt. Zudem können die die Fallkonferenz Rücken wie PraCMan als Fernbehandlung erbracht und abgerechnet werden.

Für die weiteren HZV-Verträge, in denen die im Abschnitt "Wie wirken sich telefonisch erbrachte Behandlungsleistungen auf die Abrechnung der Grundpauschale „0000“ aus?" beschriebene Regelung gilt, ist auch die Abrechnung der 0003 möglich, sofern der erforderliche Leistungsinhalt gemäß der entsprechenden Vergütungsanlage des jeweiligen HZV-Vertrages auch über den telefonischen / telemedizinischen Kontakt durch den Hausarzt erbracht wurde.

Wie kann die Videosprechstunde für HZV-Patienten abgerechnet werden?

Grundsätzlich können alle GOP, die nicht Bestandteil der Ziffernkränze der einzelnen HZV-Verträge sind, über die KV abgerechnet werden. Da die GOP zur Videosprechstunde jedoch Zuschläge auf die im Ziffernkranz versenkten Versichertenpauschalen sind, wird die KV diese i.d.R. nicht vergüten. Wie unter der Frage: "Wie wirken sich telefonisch erbrachte Behandlungsleistungen auf die Abrechnung der Grundpauschale „0000“ aus?" beschrieben, kann bei einem (video-)telefonischen APK jedoch i.d.R. „0000“ abgerechnet werden.

Wie können die Portokosten abgerechnet werden?

Die EBM-GOP 40122 ist grundsätzlich Bestandteil der HZV-Verträge und mit der Abrechnung der Grund- oder Vertreterpauschale abgegolten. Sie ist daher nicht über die KV BW abrechenbar.

Welche Auswirkungen hat das Corona-Virus auf meine Qualifikationen, die ich während der Vertragsteilnahme erfüllen muss?

Für das zweite Quartal 2020 entfallen die vertraglichen Verpflichtungen je vollendetem Quartal einen Qualitätszirkel zur Arzneimitteltherapie zu besuchen.

Wie wirkt sich eine Umstellung auf einen „Notbetrieb“ in der Praxis auf meine HZV-Vergütungsansprüche aus?

Es kann in den unterschiedlichen Regionen durch die örtlichen Behörden in Zusammenarbeit mit den Ärztekammern und den Kassenärztlichen Vereinigungen zu Maßnahmen kommen, die es erforderlich machen in den Hausarztpraxen nur noch Akutfälle zu behandeln und sämtliche Untersuchungen, die keine akute Dringlichkeit erfordern auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wir alle kennen diesen Zeitraum nicht.

In der HZV gilt grundsätzlich, dass die Abschlagzahlungen nicht leistungsbezogen erfolgt, sondern sich an der Anzahl der eingeschriebenen Versicherten orientiert. Das bedeutet, dass die Abschlagszahlungen zunächst weiterlaufen werden und die Grundliquidität erhalten bleibt. Der Sicherstellungsauftrag in der ambulanten hausärztlichen Versorgung liegt bei den HZV-Verträgen gemäß § 73b SGB V bei den Krankenkassen und wird von diesen auch erfüllt werden (müssen). Gerade jetzt sind die Hausarztpraxen für die Krankenkassen und KVen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung im ambulanten Bereich besonders wichtig. Dies wird allseits nicht in Frage gestellt.

Ob es durch die Verschiebung von Behandlungsanlässen durch das überwiegend pauschale Vergütungssystem in der HZV zu Vergütungsverschiebungen bei den Schlusszahlungen kommen wird, ist nicht abschließend zu beurteilen. Einem nicht vorhersehbaren Anstieg (NVA) in der Morbiditätslast müssen die Leistungsträger auch in der HZV Rechnung tragen, wenn hierdurch in Verträgen, die eine Obergrenze enthalten, Überschreitungen der üblichen Honoraransprüche zu verzeichnen sind. Diese müssten dann ungekürzt zur Abrechnung kommen. 

Erhalten wir auch in der Selektivvertragsversorgung eine Ausgleichszahlung bzw. Härtefallregelung?

In der Regelversorgung gilt zunächst für das Quartal 1/20 die Ihnen bekannte Härtefallregelung der KV BW. Auch gesetzgeberische Maßnahmen sind für die Regelversorgung zwischenzeitlich auf den Weg gebracht worden. Damit wurde die Rechtsgrundlage dafür geschaffen, seitens der KVen zur Sicherstellung der Vertragsärztlichen Versorgung umsatzbezogene Ausgleichzahlungen zu leisten, die von den Krankenkassen zu erstatten sind. Die AOK Baden-Württemberg hat uns äquivalente Regelungen auch für die Haus- und Facharztverträge angeboten über deren Details wir Sie in Kürze näher informieren können.

Rund um die Arbeit in der Hausarztpraxis

Wie reduziere ich Arzt-Patienten-Kontakte?

Bei Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege dürfen Ärzte nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für bis zu 14 Tage ausstellen und dem Patienten per Post zusenden. Hinweise und Erläuterungen zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für Sie zusammen gestellt.

Darüberhinaus haben die KBV und der GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen für Videosprechstunden aufgehoben, damit Patienten nur in den dringendsten Fällen die Praxen aufsuchen. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht mehr limitiert.  Sie ist bei allen Indikationen möglich, auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.  Dokumente zum Download und ein Merkblatt zur Videosprechstunden finden Sie auf der Website der KV BW.

Videosprechstunden sind eine weitere Möglichkeit, um Kontakte zu reduzieren. Die KBV hat eine zertifizierte Anbieterliste zusammengestellt.  Die Produkte von einigen Videoanbietern können kostenlos genutzt werden. Viele kostenpflichtige Tools werden aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Moment kostenfrei angeboten. 

Um in der Praxis das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, können Schutzwände aus Glas oder Plexiglas ein möglicher Schutz vor Tröpfcheninfektionen sein. Diese werden aktuell in unterschiedlichen Varianten angeboten.

Wo bekomme ich Informationen für meine Patienten?

„Der Hausarzt”, das offizielle Organ des Deutschen Hausärzteverbandes, hat für Hausärzte aktuelle Praxishilfen und Checklisten zum Download oder Ausdrucken zusammengestellt. Zum Download finden Sie ein Factsheet zu SARS-CoV-2, Patienteninformationen zum Coronavirus allgemein, zum Seniorenschutz, Besuchsregeln für Zuhause und für Pflegeheime und zu fieberhaften Infekten.

Die DEGAM stellt außerdem Patientenflyer und Home-Care Handlungsempfehlung bereit. Der Patientenflyer ist auch auf englisch, griechisch, italienisch, polnisch, russisch, spanisch und türkisch verfügbar. Home-Care Handlungsempfehlung steht ebenfalls auf englisch, persisch und spanisch bereit.

In der S1-Leitlinie „Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis“ (AWMF-Nummer 053-054) der DEGAM steht eine Patientenleitlinie sowie ein eine Anleitung zur selbstständigen Durchführung eines Rachenabstrichs zum Download.

Woher bekomme ich Schutzkleidung und Desinfektionsmittel?

Die Auslieferung von medizinischer Schutzausrüstung, die zentral durch die Bundesregierung beschafft wurde, hat laut KBV am 20. März begonnen. Die Materialien für die ambulante medizinische Versorgung werden von einem privaten Logistikunternehmen direkt an die 17 Kassenärztlichen Vereinigung (KVen) geliefert, die diese dann vor Ort an Praxen verteilen. Weitere Informationen hierzu auf der Website der KBV.

Die KV BW empfiehlt zudem auch weiterhin mit Ihren üblichen Lieferanten in Kontakt zu bleiben, um zu erfahren, wann Schutzkleidung wieder lieferbar ist. Alle aktuellen Informationen und Entwicklungen zum Thema Schutzkleidung finden Sie auf kvbawue.de.

Darf ich eine AU ausstellen, wenn keine akute Erkrankung vorliegt?

Patienten mit Grunderkrankungen fragen in unseren Hausarztpraxen im Moment vermehrt und mit Nachdruck an, ob sie angesichts der aktuellen Entwicklungen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bekommen können. Laut den Hinweisen und Erläuterungen der Kassenärztlicher Bundesvereinigung dürfen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auch weiterhin nur dann ausgestellt werden, wenn Symptome vorliegen.

Wie erfolgt die Verdachtsabklärung bei einem Patienten?

Das Robert Koch Institut (RKI) hat für die Verdachtsabklärung von COVID-19 eine Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte entwickelt. Das Flussschema gibt nicht nur Auskunft über Erstmaßnahmen für die Hausarztpraxis, sondern auch Folgemaßnahmen und die Weiterversorgung der Patienten.

Was hilft Patienten die Notwendigkeit eines Arztbesuchs besser einschätzen?

Die Software CovApp kann Patienten helfen, die Notwendigkeit eines Arztbesuches oder Coronavirus-Tests besser einzuschätzen. Der Patient beantworte am PC oder Smartphone verschiedene Fragen. Auf den Antworten basieren erhält er am Schluss Handlungsempfehlungen. Die medizinisch relevanten Informationen für ein Arztgespräch werden am Ende für den Patienten zusammengefasst. CovApp wurde von der Charité Berlin in Zusammenarbeit mit Data4life entwickelt.

Wo bekomme ich Praxishilfen zum Coronavirus?

 „Der Hausarzt”, das offizielle Organ des Deutschen Hausärzteverbandes, hat für Hausärzte aktuelle Praxishilfen und Checklisten zum Download oder Ausdrucken zusammengestellt. Für die Praxis stehen Handlungsideen für Pandemie-Situationen, Muster-Formulierungen für PVS und Bescheinigungen, eine Checkliste für den Corona-Verdacht in der Hausarztpraxis, Telefon-Triagen, ein MFA-Fragebogen, Praxisaushänge und ein Rezept für Desinfektionsmittel bereit.

Um Ihre Patienten auf die aktuelle Situation hinzuweisen, laden Sie sich unser Hinweisschild für die Praxistür herunter.

Zum Umgang mit Patienten hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin einen Leitfaden für COVID-19 kompatible Kommunikation veröffentlicht, dieser basiert auf der VitalTalk-Open-Source Fibel. 

Wie gehe ich mit Schutzausrüstung um?

Hinweise, Empfehlungen und Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung in Zusammenhang mit dem Coronavirus (zum Beispiel Mund-Nasen-Schutz oder FFP-Masken) hat das Robert-Koch-Institut für niedergelassen Ärzte und Krankenhäuser online auf seiner Website zusammengestellt.  Darüber hinaus finden Sie auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin viele nützliche Empfehlungen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit haben dem Krisenstab der Bundesregierung ein neuartiges Wiederverwendungsverfahren von Atemschutzmasken vorgeschlagen. Alle Informationen hierzu auf der Seite des BMAS.

Zudem hat die Bundesregierung eine Empfehlung für Atemschutzmasken in der Bevölkerung veröffentlicht. 

Rechtliche Fragestellungen

Wann muss ich als Hausarzt einen Verdachtsfall melden?

Alle begründeten Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-COV-2 müssen gemeldet werden. Diese Meldung muss innerhalb eines Tages, das heißt 24 Stunden, unter Angabe des Namens und der Kontaktdaten des betroffenen Patienten an das Gesundheitsamt geschehen.

Weitere Informationen finden Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands.

Wann handelt es sich um einen „begründeten Verdachtsfall“?

Ein „begründeter Verdachtsfall“ hatte laut RKI Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall oder war in den letzten 14 Tagen in einem vom RKI genannten Risikogebiet und weist Symptome wie Fieber, Husten, Atemnot oder Heiserkeit auf. Alle weiteren Verdachtsfälle sind nicht zu melden.

Mehr Informationen haben wir für Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands zusammengestellt.

Was passiert, wenn Ihr Praxispersonal erkrankt?

Im Falle eines an SARS-COV-2 erkrankten Mitarbeiters erhält dieser Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld. Ist der Mitarbeiter nicht erkrankt, das Gesundheitsamt hat die Person jedoch aufgrund von Verdacht auf eine Ansteckungsgefahr isoliert, so erhalten diese eine Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz.

Ausführliche Informationen zu Tätigkeitsverboten und Quarantäne der Praxismitarbeiter finden Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands.

Welche Konsequenzen hat die Schließung von Kitas und Schulen für die Abläufe in der Hausarztpraxis?

Ist es dem Mitarbeiter nicht möglich zur Arbeit zu erscheinen, da die Kinderbetreuung des Mitarbeiters aufgrund von Kita- oder Schulschließungen nicht gewährleistet kann, könnte der Mitarbeiter einen Lohnfortzahlungsanspruch nach § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (RGB) haben. Hierzu muss jedoch der betreffende Arbeitsvertrag zur Prüfung herangezogen werden, da § 616 RGB abdingbar ist und in Arbeitsverträgen ausgeschlossen werden kann.

Ausführlichere Informationen finden Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands.

Welche Regelungen gibt es zu den Arbeitszeiten in der Praxis?

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat am 16. März 2020 mit einem Schreiben an die zuständigen Behörden umfangreiche Ausnahmeregelungen im Arbeitszeitrecht veranlasst. 

Die Ausnahmeregelungen sehen vor, dass in systemrelevanten Tätigkeiten, wie die Arbeit in der Hausarztpraxis, zur Bekämpfung der Pandemie durch das Coronavirus SARS-CoV-2 auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden darf. Zudem kann in diesen Tätigkeiten die tägliche Höchstarbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden verlängert werden. 

Die Regelung tritt nach örtlicher Bekanntmachung durch die zuständigen Behörden in Kraft und ist befristet bis zum 30. Juni 2020. Die betroffenen Betriebe müssen keinen Antrag stellen. Weitere Informationen hierzu auf der Seite des  Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Wie kommt das Praxispersonal auch bei Ausgangssperre in die Praxis?

Bei Ausgangssperren gibt es für Hausärzte und ihre Teams  eine Ausnahme, da sie zu den systemrelevanten Berufen gehören, die nicht komplett ins Homeoffice verlagert werden können. Der Hin- und Rückweg in die Praxis ist in diesem Fall ausdrücklich von einer sogenannten Ausgangssperre ausgenommen, sofern eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers vorliegt.

Für Hausärzte stellen wir hier eine Muster-Erklärung zum Download bereit. 

 

Was ist bei der Beschäftigung von Schwangeren in der Hausarztpraxis zu beachten?

Die Fachgruppe Mutterschutz der Regierungspräsidien Baden-Württembergs erklärt in ihrer Info Mutterschutz, was es bei der Beschäftigung von schwangeren Frauen in der Hausarztpraxis zu beachten gibt. Demnach sollten schwangere Frauen grundsätzlich nur für patientenferne Tätigkeiten eingesetzt werden. Ob jeweils alternativ andere (personenferne) Tätigkeiten möglich sind, ist in der Gefährdungsbeurteilung festzulegen, zu dokumentieren und ggf. für den Einzelfall zu bestimmen.

Finanzen

Welchen Anspruch auf Entschädigung gibt es, wenn ich meine Praxis schließen muss?

Grundsätzlich besteht für eine Praxis, die aufgrund von infektionsschutzrechtlichen Gründen oder per Anordnung von Quarantäne geschlossen wird, Anspruch auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz. Erster Ansprechpartner ist hierfür die zuständige Behörde, die auf der Internetseite des jeweiligen Gesundheitsamtes des Bundeslands oder bei der KBV eingesehen werden kann.

Für ausführlichere Informationen verweisen wir auf die ausführlichen Informationen des Deutschen Hausärzteverbands.

Was kann ich tun, wenn ich wegen der Corona-Pandemie mit meiner Praxis in eine existenzbedrohende Lage geraten bin?

Gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige freier Berufe (wie zum Beispiel Ärzte, Apotheker oder Rechtsanwälte), die sich durch die Coronavirus-Krise in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden, werden vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg im Rahmen eines Soforthilfeprogramms mit einem einmaligen und nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt.

Der Zuschusses sollen Praxen dabei helfen, Engpässe für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten zu überbrücken. Die Zuschüsse sind nach Anzahl der Beschäftigten gestaffelt.

Um einen Antrag stellen zu können, muss sich der Sitz der Praxis in Baden-Württemberg befinden. Alle Informationen zum Soforthilfeprogramm und der Antragsstellung hat das Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg online für Sie zusammengestellt.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank e.G. stellt Informationen zu Soforthilfen für niedergelassene Heilberufler in der Corona-Krise bereit.