Niederlassung und Anstellung

Deine Karriere in der Hausarztpraxis

In einer Hausarztpraxis arbeiten

Wenn du nach deiner Facharztweiterbildung als Hausärzt:in in der ambulanten Versorgung tätig werden möchtest, bieten sich dir zwei Möglichkeiten: Entweder du arbeitest als angestellter Arzt bzw. als angestellte Ärztin in einer Hausarztpraxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum oder du machst dich mit deiner eigenen Praxis selbstständig.

Wer gesetzlich versicherte Patient:innen behandeln möchte, braucht eine Zulassung als Vertragsarzt für den gewünschten Planungsbereich. Dafür wendest du dich an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg. Sie unterstützt dich beim Zulassungsverfahren und stellt den Zulassungsantrag an den sogenannten Zulassungsausschuss, ein Gremium aus Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen.

  • 1

    Facharzt werden

    Du absolvierst eine Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin oder Innere Medizin.

  • 2

    Vertragsarzt werden

    Um eine eigene Praxis zu eröffnen, brauchst du eine Zulassung als Vertragsarzt von der Kassenärztlichen Vereinigung.

  • 3

    Praxis gestalten

    Du gestaltest deine Karriere in deiner Praxis nach deinen eigenen Vorstellungen und Wünschen.

Weiterbildung Allgemeinmedizin

Wer sich für die Weiterbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin entscheidet, darf sich auf verschiedene Stationen, verschiedene Arbeitgeber und ganz viel Gestaltungsspielraum freuen. Die Weiterbildung dauert fünf Jahre und setzt sich aus drei Abschnitten zusammen.

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Forum Weiterbildung

Das Forum Weiterbildung im Hausärzteverband Baden-Württemberg setzt sich für Ärzt:innen in Weiterbildung, Quereinsteiger und junge Fachärzt:innen ein, damit ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge gehört werden. Die Ärzt:innen stehen dir bei Fragen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

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Zulassung als Vertragsarzt

 

  • 1

    Eintrag ins Arztregister

    Um als Vertragsarzt zugelassen zu werden, trägst du dich als Erstes in ein Arztregister ein. Dafür musst du eine Approbation und eine abgeschlossene Weiterbildung in einem medizinischen Fachgebiet vorweisen. Arztregister werden für jeden Zulassungsbezirk von der Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) geführt.

  • 2

    Warteliste Allgemeinmedizin

    Nicht erforderlich aber empfehlenswert ist es, sich nach dem Eintrag in das Arztregister bei der KVBW auf eine Warteliste im Fachgebiet Allgemeinmedizin setzen zu lassen. Wartelisten werden für alle Fachgruppen geführt, für die ein Zulassungsstopp besteht. Lässt du dich als Ärzt:in in eine Warteliste eintragen, bekundest du dein Interesse, dich in einem Gebiet niederzulassen, das eigentlich für neue Praxen gesperrt ist und sammelst Wartezeiten. Die Wartezeiten werden vom Zulassungsausschuss dann bei der Vergabe eines ausgeschriebenen Arztsitzes berücksichtigt.

  • 3

    Praxisstandort finden

    Um die Zulassung als Vertragsarzt beantragen zu können, musst du wissen, wo du künftig praktizieren willst und deinen Vertragsarztsitz angeben. Dabei kannst du dich zwischen einer Praxisgründung und einer Praxisübernahme entscheiden.

     

  • 4

    Zulassungsantrag stellen

    Bist du in ein Arztregister aufgenommen worden und hast einen Praxisstandort gefunden, kannst du einen Antrag auf Zulassung als Vertragsarzt beim örtlichen Zulassungsausschuss stellen. Für die Zulassung als Vertragsarzt ist nicht nur die berufliche Eignung entscheidend, sondern auch das Alter des Antragstellers sowie seine familiäre Situation und seine Berufserfahrung.

  • Zulassung

    Ist dein Zulassungsantrag vom Zulassungsausschuss genehmigt, hast du es geschafft. Du bist nun offiziell Vertragsarzt und kannst mit einer eigenen Praxis in dem von dir gewählten Planungsbereich starten.

Auf einen Blick

Sich mit einer Praxis niederzulassen bedeutet, sich selbstständig zu machen und ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen. Dabei hast du die Wahl zwischen verschiedenen Praxismodellen. Welche Praxisform die richtige für dich ist, hängt davon ab, welcher Charaktertyp du bist und was du dir für deine berufliche Zukunft wünschst.

Praxis Gestalten

Praxismodelle

Einzelpraxis für Selbstverwirklicher

Wenn du gerne unabhängig von anderen bist und bei beruflichen und wirtschaftlichen Entscheidungen keine Kompromisse eingehen möchtest, kannst du eine Einzelpraxis gründen oder von einem Vorgänger übernehmen. Als Arzt oder Ärztin in einer Einzelpraxis bist du nicht zwingend ein Einzelkämpfer: Du kannst dich mit anderen Fachkolleg:innen zu einem Praxisnetz zusammenschließen oder weitere Ärzt:innen anstellen.

Gemeinschaftspraxis für Teamplayer

Wenn du gerne mit Kolleg:innen zusammenarbeitest und das finanzielle Risiko einer Selbstständigkeit teilen möchtest, kannst du dich mit anderen Hausärzt:innen in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) niederlassen. Dort habt ihr gemeinsam viele Möglichkeiten, eure Work-Life-Balance flexibel zu gestalten, braucht aber einen Partner mit ähnlichen Vorstellungen an eurer Seite.

 

Praxisgemeinschaft für Gewinnmaximierer

Wenn du dir die laufenden Praxiskosten, aber nicht die Gewinne teilen möchtest, kannst du dich in einer Praxisgemeinschaft niederlassen – einem Zwischenmodell zwischen Einzelpraxis und BAG. Du teilst dir mit deinem Kollegen oder deiner Kollegin zusammen die Praxisräumlichkeiten, behandelst aber jeweils einen eigenen Patientenstamm.

MVZ für Abenteurer

Wenn du es gerne etwas größer und fachübergreifend magst, hast du die Möglichkeit ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu gründen oder dich dort anstellen zu lassen. In einem MVZ arbeiten sehr viele verschiedene Ärzt:innen zusammen. Für die Gründung eines MVZ brauchst du mindestens zwei Vertragsarztsitze.


 

NiederlassungsBegleitung

Unsere NiederlassungsBegleitung unterstützt dich umfassend auf deinem Weg zur erfolgreichen Praxisgründung oder -übernahme. Neben unserer Beratung zu Fördermöglichkeiten und -programmen profitierst du auch von unserem Mentoring durch erfahrene Hausärzt:innen.

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Leitfaden bestellen

Für angehende Hausärzt:innen hat der Deutsche Hausärzteverband e.V. einen eigenen Leitfaden entwickelt, um dir deinen Weg in die Hausarztpraxis zu erleichtern und dir die wichtigsten Fragen rund um die Weiterbildung, die Niederlassung oder die Rahmenbedingungen und Perspektiven der hausärztlichen Tätigkeit zu beantwortet. Den Leitfaden kannst du kostenfrei als gebundene oder digitale Ausgabe bestellen.

Weiterbildung und Quereinstieg
Einstieg in die hausärztliche Versorgung
Niederlassung leicht gemacht
Wegbegleiter
Hilfen, Muster und Checklisten

Zum Leitfaden für angehende Hausärzt:innen

Anstellung oder Niederlassung?

Wer in einer Hausarztpraxis arbeiten möchte, muss sich nicht unbedingt selbstständig machen. Als angestellter Arzt bezieht man ein festes Gehalt, hat geregelte Arbeitszeiten, bekommt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ist mit wesentlich weniger Bürokratie konfrontiert. Man trägt kein wirtschaftliche Risiko und kann auch in eigentlich gesperrten Planungsbereichen arbeiten. Eine Anstellung ist vor allem für Berufseinsteiger, als Übergang vor der Selbstständigkeit oder während der Familienplanung (Lohnfortzahlung in Elternzeit) eine interessante Alternative.

Arzt und Unternehmer

Als angestellter Facharzt zu arbeiten bedeutet, dass du hauptsächlich der Arbeit nachgehst, für die du im Studium und der Weiterbildung ausgebildet wurdest: die Medizin. Wenn du dich mit einer eigenen Praxis selbstständig machst, wird du mit neuen Aufgaben aus dem Bereich Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung konfrontiert.

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