30. September 2021

3 Fragen an Dr. Sylvia Wagner

Auf der Delegiertenversammlung im Juni wurde Dr. Sylvia Wagner zur Bezirksvorsitzenden für Südwürttemberg gewählt. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, welche Themen ihr besonders am Herzen liegen und wofür sie sich als Bezirksvorsitzende einsetzen möchte.

Bildbeschreibung
Dr. Sylvia Wagner (49) ist niedergelassene Hausärztin in Blaustein bei Ulm. Zusammen mit einem Kollegen ist sie Teilhaberin einer Berufsausübungsgemeinschaft. Als Hausärztin ist sie seit 2010 tätig. Im Hausärzteverband Baden-Württemberg engagiert sie sich seit 2018 als Delegierte und ist seit 2020 kooptiertes Mitglied im Vorstand. Im Juni 2021 wurde sie zur Bezirksvorsitzenden für Südwürttemberg gewählt.

       

Warum sind Sie Hausärztin geworden und was hat Sie motiviert sich berufspolitisch zu engagieren?

Dr. Wagner: Als Kind wollte ich gerne Detektivin werden, heute als Hausärztin bin ich es. Wir Hausärztinnen und Hausärzte werden zwar von unseren Patienten wertgeschätzt, aber in der Politik wenig wahrgenommen. Ich fand den Umgang mit unserem Beruf oft ungerecht. Da begann ich mich mit den Zusammenhängen vieler Entwicklungen zu beschäftigen und gelangte zum Hausärzteverband.

Für welche Ziele möchten Sie sich in Ihrem Amt als Vorstandsmitglied stark machen?

Dr. Wagner: Der Hausärzteverband sollte die Interessen von ALLEN Hausärztinnen und Hausärzten vertreten, da wir alle in einem Boot sitzen und uns nicht abschaffen lassen. Ich möchte engen Kontakt zu den Mitgliedern haben, um ihre Anliegen ganz nach oben in die Politik weiterzugeben. Die hausärztliche Versorgung muss in unserer Hand bleiben und darf nicht substituiert werden. Der persönliche Kontakt zum Patienten muss auch in der Digitalisierung bleiben.

Wo sehen Sie die größten künftigen Herausforderungen in der hausärztlichen Versorgung?

Dr. Wagner: Digitalisierung mit noch nicht funktionsfähigen Strukturen muss dringend erst getestet werden und vollständig laufen, bevor wir sie nutzen. Wir müssen eigene Strukturen für angestellte Ärztinnen und Ärzte erschaffen (z.B.  MVZs in hausärztlicher Hand). Unser Beruf wird immer mehr ausgehöhlt. Es darf keine Substitution unserer Tätigkeiten geben, Delegation: ja Substitution: nein. Unsere Arbeit muss wertgeschätzt und dementsprechend entlohnt werden.

Über unsere Delegierten

Die Delegiertenversammlung ist das höchste Organ des Verbandes. Der Baden-Württembergische Hausärzteverband wird repräsentiert durch seine Delegiertenversammlung, die alle 4 Jahre neu gewählt wird und aus 40 Delegierten besteht. Die nächste Delegiertenwahl findet am 01.12.2021 statt.

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