13. Januar 2022

Hausarzt-Patientenmagazin: Hausarzt in Zeiten der Pandemie

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Hausarzt-Patientenmagazin  |  Q1 Ausgabe

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Dr. Frank-Dieter Braun
2. Vorsitzender
       
 

Seit Februar 2020 leben wir alle in besonderen Zeiten. Für viele von uns hat sich die Arbeitswelt komplett geändert, andere müssen um ihre Existenz bangen. Wir Hausärzt:innen stehen an vorderster Front, behandeln die Kranken, beraten die Gesunden, testen Patientinnen und Patienten mit Atemwegsbeschwerden und Fieber sowie Reiserückkehrer, Kontaktpersonen und viele andere. In der ersten Zeit fehlte die notwendige Schutzausrüstung und viele Hausärztinnen und Hausärzte begaben sich in Gefahr, viele erkrankten, manche starben. Die Gesundheitspolitiker legten eifrigen Aktionismus an den Tag. Wir, die den Patient:innen am nächsten sind, wurden in der Regel nicht in die Beratungen einbezogen. Die allermeisten Covid-Patienten konnten in Deutschland ambulant behandelt werden, sodass die Kliniken nicht über ihre Grenzen kamen. Dafür wurden unsere Praxen auch gelobt, aber unser Wunsch nach einem Corona-Bonus für unsere Praxismitarbeiter:innen wurde ignoriert – obwohl Milliarden in die Wirtschaft gepumpt werden konnten.

500 Impfungen pro Woche in der Praxis

In unserer Praxis haben wir die Arbeit unseres Praxisteams selbst mit Extrazuschlägen honoriert, denn dessen Arbeit ist jeden Euro wert. Anfang 2021 startete die Impfkampagne. Wie gewohnt zunächst wieder ohne uns Hausärztinnen und Hausärzte, obwohl wir in unseren Praxen jährlich Millionen Menschen gegen verschiedenste Krankheiten impfen und dies auch gut organisieren können. In den ersten Wochen und Monaten war die Terminvergabe in den Impfzentren chaotisch. Nach Ostern bekamen unsere Praxen endlich Impfstoffe, allerdings anfangs sehr schleppend. Unsere Telefone liefen heiß und die Mailboxen quollen über. Wir haben in unserer Praxis in der Spitze 500 Impfungen pro Woche bei laufender Sprechstunde durchgeführt – für einen Bruchteil der Kosten der Impfzentren. Doch es war eine Freude, die dankbaren Patientinnen und Patienten zu sehen, wenn sie endlich ihren „Piks“ bekamen.

Impfstatus auf Vordermann gebracht

Bei dieser Gelegenheit haben wir viele neue Impfpässe ausgestellt, weil viele Menschen gar keinen besaßen, oder – der Klassiker – ihn beim Umzug verloren hatten. Dabei konnten nebenbei Impflücken für andere Krankheiten geschlossen werden. Viele Patienten merkten auch, dass sie noch keinen festen Hausarzt hatten, und erkundigten sich nach dem Hausarztprogramm. Nach der Urlaubszeit flaute die Impfbereitschaft ab. Die meisten, die den Schutz für sich oder ihr Umfeld wollten, waren geimpft. Leider blieb ein großer Teil skeptisch. Die Informationen durch Politik und Medien waren für viele verwirrend, etwa das Hin und Her um den Astra-Impfstoff. In die Vertrauensbildung wären wir gerne früher einbezogen worden. Manche Ängste und Behauptungen von Impfskeptikern sind skurril und kaum nachzuvollziehen. Nach Schließung der Impfzentren sind wir Hausärztinnen und Hausärzte für das Impfgeschehen inklusive Auffrischimpfungen verantwortlich, und wir machen das gerne. Wir können das und wir sind auch auf eventuelle Nebenwirkungen vorbereitet. Auch im Krankheitsfall sind wir Ihre erste Anlaufstelle. Wir sind stolz, dass so viele Menschen uns Vertrauen entgegenbringen.

 

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