26. März 2021

In acht Schritten vorbereitet für die Corona-Impfung

Damit Sie und Ihr Team im April entspannt in die Impfphase starten können, haben wir Ihnen für Ihre Vorbereitung im Team und Organisation der Prozesse in acht Schritten die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

 

1. Sich auf den aktuellen Stand bringen

Aktuelle Antworten auf Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung für medizinisches Fachpersonal stellen das Bundesministerium für Gesundheit, das Robert Koch Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut online bereit. Wichtige Anlaufstellen im Netz sind darüber hinaus die Ständige Impfkommission (STIKO) und für alle organisatorischen Aspekte und Abrechnungsfragen die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt allen Hausarztpraxen online ein Informationspaket zu Impfstoffen und Zubehör, Organisation und Aufklärung sowie Abrechnung und Dokumentation bereit.

 

2. Impfstoffe kennenlernen

Die Corona-Impfstoffe sind unterschiedlich. Das Paul-Ehrlich-Institut und die European Medicines Agency (EMA) stellen online alle Produktinformationen zu den zugelassenen Impfstoffen auf Deutsch und Englisch zur Verfügung.

 

3. Team vorbereiten

  • Viele Hausarztpraxisteams sind nervös, was sie erwartet. Die Rekonstitution der Impfstoffe ist aufwendig, die Prozesse mit Aufklärung und Beobachtung sind personalintensiv. Besonders wichtig ist es deshalb, das eigene Praxisteam auf das Impfen vorzubereiten, die Abläufe in ihrer Praxis neu abzustimmen und die Zuständigkeiten (z. B. Einbestellung oder Rekonstitution) festzulegen. Praxisteam ist nicht gleich Praxisteam. Die Ausgestaltung kann je nach Team und Bedürfnissen anders aussehen. 

  • Vor allem die Rekonstitution der Impfstoffe muss geübt werden. Der Impfstoff von BioNTech ist dabei am aufwendigsten. Er wird nicht fertig angeliefert, sondern muss vom Praxispersonal vorbereitet werden. Diesen zusätzlichen Aufwand gilt es einzuplanen. Biontech stellt zur Rekonstitution eine Videoanleitung bereit. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, haben einige Pilotpraxen bei ihrem regionalen Impfzentrum angefragt, ob sie dem Team die Rekonstitution zeigen können. BioNTech bietet zu den Besonderheiten im Umgang mit seinem mRNA-Impfstoff eine neue Reihe von Schulungen an.
     
  • Im normalen Praxisbetrieb können erfahrungsgemäß in einer Stunde vier bis sechs Patienten geimpft werden. Mit dem Praxisteam wird individuell entschieden, ob das Impfen in den regulären Praxisbetrieb integriert werden kann oder spezielle Zeiträume für das Impfen eingeplant werden (z. B. nachmittags). Vor allem ältere Patienten werden häufig von einer Person zum Impfen begleitet. Deshalb empfiehlt es sich, die Kapazitäten der Praxisräume im Blick zu behalten. Einige Pilotpraxen haben deshalb die Zahl der Begleitpersonen auf eine Person begrenzt.
     
  • Die Impftermine vereinbart das Praxisteam proaktiv zunächst gemäß Impfreihenfolge mit den über 80-jährigen Patientinnen und Patienten. Viele von ihnen sind bereits in Impfzentren geimpft worden, so dass oft direkt zur nächsten Gruppe gemäß Impfreihenfolge übergegangen werden kann. Es ist sinnvoll, die Auswahlkriterien den Patienten offen zu kommunzieren, um die Anzahl eingehender Impfanfragen zu reduzieren. Außerdem ist es wichtig, bei der Vereinbarung der Termine einzukalkulieren, dass für alle geimften Patienten eine zweite Impfung in einigen Wochen ansteht.
     
  • In einigen Pilotpraxen hat sich das Konzept der "Impfpatin" bewährt. Die Impfpatin ist eine MFA oder VERAH, die den Patienten während des Impfprozesses begleitet, Formulare prüft und die Verträglichkeit der Impfung weitere 15 Minuten beobachtet. Viele Patienten sind zwar nervös, aber gleichzeitig dankbar, dass sie sich in ihrer Hausarztpraxis impfen lassen können.
     
  • Für Impfungen bei Hausbesuchen ist es empfehlenswert ein Notfallset mit wichtigen Medikamenten (z. B. Cortison, Dexaethason, Adrenalin, H1-Blocker, Venenverweilkanüle und Infusion) mitzuführen, um im Ernstfall auf einen anaphylaktischen Schock reagieren zu können.

 

4. Impfstoff bestellen und verimpfen

Der Impfstoff wird von der Praxis ganz normal über die Apotheke bestellt, die wiederum vom Großhandel beliefert wird. In der Lieferung enthalten sind auch alle Impfutensilien (Kanülen, Spritzen und Kochsalzlösung). Die Bestellung für die folgende Woche soll laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg immer dienstags bei den Apotheken eingehen. Donnerstags erhalten die Arztpraxen eine Rückmeldung über die Menge. Am Montag wird der bestellte Impfstoff geliefert. Das Praxisteam kann also im Vorfeld für Dienstag bis Freitag Termine vereinbaren und den gelieferten Impfstoff verimpfen. Ob man die Art des bestellten Impfstoffes wählen kann, steht noch nicht fest. 

 

5. Impfstoff lagern

Nach der Anlieferung und dem dabei begonnenen Auftauprozess muss der Impfstoff von Biontech innerhalb von 120 Stunden verimpft werden. Das bedeutet: Wird der Impfstoff am Montag in die Praxis geliefert, muss er bis Freitag verimpft sein. In dieser Zeit kann der Impfstoff von Biontech im Kühlschrank bei zwei bis acht Grad aufbewahrt werden. Bei der Planung der Impfungen ist es für das Praxisteam deshalb wichtig, Feiertage, Wochenenden und Urlaub zu berücksichtigen. Biontech stellt für den richtigen Umgang mit dem Impfstoff auf seiner Website eine Videoanleitung zur Verfügung.

 

6. Patienten aufklären

Für die Aufklärung der Patienten stellt das Bundesgesundheitsministerium online die erforderlichen Aufklärungs- und Einwilligungsunterlagen sowie zahlreiche Videos, Flyer und Plakate bereit. Manche Pilotpraxen haben die Unterlagen vorab per E-Mail an die Patienten verschickt, damit sie die Unterlagen ausgefüllt mit in die Praxis bringen können. Auch die Faktenblätter des Robert Koch Instituts (RKI) zum mRNA-Impfstoff oder zu vektorbasierten COVID-19-Impfungen können im Aufklärungsgespräch als Handout genutzt werden, um Patienten über die Impfung aufzuklären.

 

7. Impfungen melden

Damit das Robert Koch Institut das Impfgeschehen beobachten kann, müssen Hausarztpraxen die Anzahl der Erstimpfungen sowie Abschlussimpfungen, aufgegliedert nach Impfstoff und Anzahl der über 60-Jährigen täglich melden. Die Meldung muss über das Impf-DokuPortal der KBV bis 23:59 Uhr erfolgen.

 

8. Impfungen abrechnen

Die Abrechnung erfolgt für alle Patienten über die Kassenärztliche Vereinigung. Das gilt auch für HZV-Patienten und Privatpatienten. Für jede Erst- und Abschlussimpfung erhalten Hausärztinnen und Hausärzte je 20 Euro. Hausbesuche werden mit 35 Euro vergütet (GOP 88323), für einen Mitbesuch sind es 15 Euro (GOP 88324). Wird ausschließlich eine Impfberatung ohne Impfung angeboten, können 10 Euro abgerechnet werden (GOP 88322).

 

Nützliche Links

Alle Links und Materialien, die Sie und Ihr Team in den acht verschiedenen Schritten der Vorbereitung unterstützen, finden Sie in unserem Corona-FAQ rund um die Corona-Impfung.

Zum Corona-FAQ

 

 

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