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Vier von fünf Patienten wünschen sich Koordination durch Hausarzt

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Bonn, 21.09.2018 – 82 Prozent aller Befragten finden ein System sinnvoll, in dem ihr Hausarzt bei allen medizinischen Fragen immer der erste Ansprechpartner ist. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des forsa-Instituts, die der Deutsche Hausärzteverband anlässlich des heutigen Starts des 2. Internationalen Hausärztetages in Bonn in Auftrag gegeben hat. „Die Patienten wünschen sich, was in vielen europäischen Ländern bereits Standard ist: Ein System, in dem die Hausärzte die ersten Ansprechpartner ihrer Patienten sind und gemeinsam mit ihnen die Versorgung koordinieren“, so Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes.

Konkret wurden die Teilnehmer in der forsa-Umfrage zu ihrer Haltung bezüglich eines sogenannten Primärarztsystems befragt. Darin ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner seiner Patienten, sammelt alle Befunde und koordiniert die Versorgung durch andere Fachärzte und Angehörige weiterer Heilberufe. 44 Prozent aller Befragten finden ein solches Modell „sehr sinnvoll“, 38 Prozent „eher sinnvoll“.

Ein weiteres Ergebnis der forsa-Umfrage: Dreiviertel der Befragten gaben an, dass die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Ärzten häufig besser aufeinander abgestimmt werden müsste. „Wenn Dreiviertel aller Patienten sagen, dass sie das Gefühl haben, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut, dann muss das ein Alarmsignal sein“, so Ulrich Weigeldt. „Unser Gesundheitswesen ist in weiten Teilen schlichtweg chaotisch und überkomplex. Das sagt nicht nur die Wissenschaft, sondern das ist auch das Gefühl der Patientinnen und Patienten. Das muss man ernst nehmen.“ Der Deutsche Hausärzteverband setzt sich seit langem für einen weiteren Ausbau der Hausarztverträge ein. Dabei verpflichten sich die Patientinnen und Patienten, bei allen medizinischen Fragen immer zuerst den Hausarzt aufzusuchen, der bei Bedarf gemeinsam mit den Patienten die Versorgung durch weitere Fachärzte und Kliniken koordiniert. „Die Ergebnisse der Umfrage, aber auch die kontinuierlich steigenden Teilnehmerzahlen belegen, dass wir mit den Hausarztverträgen auf dem richtigen Weg sind“, sagte Weigeldt.

Im Rahmen der Umfrage erklärte jeder Zehnte, dass er sich „eigentlich nie“ ganz sicher sei, wer im Krankheitsfall der richtige Ansprechpartner ist. 17 Prozent der Befragten gaben an, sich diesbezüglich „nur manchmal“ ganz sicher zu sein.

Für die repräsentative Umfrage befragte forsa 1.001 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren in Privathaushalten in Deutschland. Die computergestützten Telefoninterviews wurden vom 10. bis 12. September 2018 durchgeführt.

Der 2. Internationale Hausärztetag findet vom 21. bis 22. September in Bonn statt. Neben den etwa 120 Delegierten des Deutschen Hausärzteverbandes werden dort auch nationale und internationale Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Selbstverwaltung miteinander diskutieren. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr eine moderne Patientenkoordination.

Kontakt (Pressestellen):
Deutscher Hausärzteverband e.V. | Büro des Bundesvorsitzenden
Vincent Jörres | Pressesprecher
Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin
Tel.: + 49 (0) 30 887 143 73-60 | pressestelle@hausaerzteverband.de
www.hausaerzteverband.de

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