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Hausärzte tagen in Freiburg – Verbände fordern: Patienten brauchen Hausärzte als erste Ansprechpartner im Gesundheitswesen

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Pressemitteilung

Hausärzte tagen in Freiburg – Verbände fordern: Patienten brauchen Hausärzte als erste Ansprechpartner im Gesundheitswesen

Freiburg, 13.04.2016 – Anlässlich des 50 Jährigen Bestehens des Hausärzteverbandes Baden Württemberg tagen die Hausärzte ab heute in Freiburg. Der Landesverband Baden- Württemberg lädt zum Landeshausärztetag am 13.04.2016 ein und im Anschluss findet am 15. und 16. April die Frühjahrstagung des Deutschen Hausärzteverbandes ebenfalls in Freiburg statt.

Der Verband fordert eine klare Stärkung des Hausarztes als ersten Ansprechpartner für die Patienten in einem strukturierten Gesundheitswesen. „Wir Hausärzte lösen weit über 80 Prozent der Beschwerden unserer Patienten aus unterschiedlichsten medizinischen Fachgebieten in unseren Praxen abschließend. Dies kann keine andere Facharztgruppe leisten und daher kann es keine Alternative zum Hausarzt als ersten Ansprechpartner für die Patienten geben“, sagten Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, und Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, heute in Freiburg.

„Wir werden uns auf der diesjährigen Delegiertenversammlung unter anderem mit der Frage beschäftigen, wie eine sinnvolle und patientenorientierte Strukturierung des Gesundheitswesens aussehen muss. Für uns ist dabei ganz klar: Nur der Hausarzt kann der erste Ansprechpartner für die Patienten sein. Er ist der einzige Facharzt, der diese Rolle in seiner Weiterbildung erlernt hat. Diese Kompetenzen können nicht an andere Facharztgruppen delegiert werden, ohne die Qualität der Versorgung massiv zu gefährden“, sagte Weigeldt. Hintergrund sind Pläne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), wonach auch Fachärzte hausärztliche Aufgaben, wie beispielsweise die Koordination von Behandlungsabläufen außerhalb ihres definierten Fachgebietes, übernehmen sollen.

Die Hausarztverbände setzen seit 2008 die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) um. Der Hausärzteverband Baden Württemberg hat es geschafft diese Versorgungsform flächendeckend und mit nahezu allen Krankenkassen im Land umzusetzen.  Deutschlandweit nehmen sechs Millionen Versicherte freiwillig an dieser Versorgungsform teil. Vier Millionen werden dabei komplett unabhängig von den alten Strukturen der Selbstverwaltung versorgt, zwei Millionen davon alleine in Baden-Württemberg. Dabei wählt der Versicherte einen Hausarzt, der dann erster Ansprechpartner bei allen gesundheitlichen Beschwerden ist und bei Bedarf die Behandlung mit Fachärzten und Kliniken koordiniert.

„Wir haben uns in Baden-Württemberg vor vielen Jahren entschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern Hausarztverträge komplett unabhängig von den maroden Strukturen der Selbstverwaltung umzusetzen. Damit haben wir uns bewusst dafür entschieden, noch mehr Verantwortung für unsere Patienten zu tragen und auch die Organisation der Versorgung in die eigenen Hände zu nehmen. Wenn wir heute auf die hausärztliche Versorgungssituation in Baden-Württemberg schauen, dann können wir feststellen: Die Qualität und die Effizienz der Versorgung sind deutlich gestiegen. Die Patienten fühlen sich besser versorgt und wir Hausärzte können endlich wieder in Strukturen arbeiten, in denen wir nicht ständig durch den Bürokratieirrsinn der Selbstverwaltung ausgebremst werden“, so Dietsche. „Zu unserem 50 Jährigen Jubiläum wollen wir allen Mitgliedern danken. Mit Stolz blickt der Landesverband Baden Württemberg auf eine erfolgreiche Zeit zurück. Der hausärztliche Nachwuchs hat in unserem Lande dank der Hausarztzentrierten Versorgung wieder eine Perspektive, die vor allem den Patienten und den Hausärzten zu Gute kommt.“

Ulrich Weigeldt sagte anlässlich des 50 Jährigen Bestehens: „Im Namen des gesamten Deutschen Hausärzteverbandes gratuliere ich dem Hausärzteverband Baden-Württemberg zum 50 Jährigen Bestehen und insbesondere auch zu der sehr erfolgreichen Arbeit der letzten Jahre. Der Verband hat in Baden-Württemberg gezeigt, wie man moderne hausärztliche Versorgung organisieren kann und gleichzeitig bewiesen, dass wir Hausärzte in der Lage sind, Versorgung eigenständig zu gestalten.“

Der Landeshausärztetag findet am Mittwoch den 13. April in der KV Südbaden statt. Die Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes findet am 15. und 16. April im Konzerthaus Freiburg statt. Sämtliche Reden und Anträgen werden zeitnah unter www.hausaerzteverband.de zum Download zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartner für die Presse:
Deutscher Hausärzteverband
:
Vincent Jörres - + 49 (0) 30 887 143 73-60
pressestelle@hausaerzteverband.de
Hausärzteverband Baden-Württemberg:
Manfred King -  +49 (0) 172  201 0390
manfred.king@hausaerzteverband.de

 

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