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Hausärztinnen und Hausärzte tagen in Erfurt - Voraussetzungen für die Sicherung des hausärztlichen Nachwuchses im Fokus

Erfurt, 10.05.2019 – Heute startet die Frühjahrstagung des Deutschen Hausärzteverbandes in Erfurt. Gastgeber ist in diesem Jahr der Thüringer Hausärzteverband. Neben der Vorbereitung auf den 122. Deutschen Ärztetag werden sich die 120 Delegierten mit Fragen rund um die Stärkung des hausärztlichen Nachwuchses beschäftigen. Die aktuelle Ärztestatistik der Bundesärztekammer zeigt einen Anstieg bei der Entwicklung der Hausarztzahlen und auch Umfragen unter Medizinstudierenden bestätigen ein wachsendes Interesse an der Allgemeinmedizin sowie der hausärztlichen Arbeit. Die Delegiertenversammlung wird insbesondere darüber diskutieren, wie dieser positive Trend vorangetrieben werden kann und welche Bedingungen die Hausärztinnen und Hausärzte hierfür an Politik und Selbstverwaltung stellen.

"Die Allgemeinmedizin hat es geschafft, das verstaubte Image, das von Seiten einiger Universitäten viel zu lange propagiert wurde, endlich abzulegen! Das ist ein großer Erfolg für uns! Hier muss nun angesetzt werden, sodass aus dem Interesse der jungen Ärzte-Generation auch ein klares "Ja" zur hausärztlichen Tätigkeit wird", sagt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. "Was uns allerdings nicht weiterhilft, sind Konzepte und Vorgaben aus Politik und Selbstverwaltung, die diese positive Entwicklung bremsen oder sogar umkehren könnten. Beispielsweise die zunehmenden Eingriffe in unseren freien Beruf oder auch der wiederkehrende Generalverdacht gegenüber Ärztinnen und Ärzten, sie würden die Kassen bei deren Manipulationsversuchen unterstützen. So macht man sicherlich keine Werbung für den Hausarztberuf."

Dr. Ulf Zitterbart, Vorsitzender des Thüringer Hausärzteverbandes betont, dass Thüringen vor der Herausforderung steht, Hausarztsitze – gerade in ländlichen Regionen – nachzubesetzen. "Über die Hälfte der Hausärztinnen und Hausärzte in Thüringen ist heute älter als 55 Jahre, davon ist ein großer Teil bereits im Rentenalter. Damit es nicht zu größeren regionalen Lücken in der hausärztlichen Versorgung kommt, braucht es unbedingt familienfreundliche öffentliche Strukturen, angemessenes Honorar und attraktive Arbeitsbedingungen ohne Sorge vor Regressandrohungen", so Zitterbart. "Wahr ist aber auch: Die Anzahl der abgelegten Facharztprüfungen für Allgemeinmedizin in Thüringen steigt stetig und die Arbeit auf dem Land gewinnt an Attraktivität. Wir sind also auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel!"

Die Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes findet am 10. und 11. Mai im Radisson Blu Hotel in Erfurt statt. Am heutigen Freitag erläutert der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes in seinem Bericht zur Lage die wesentlichen Schwerpunkte der Arbeit des Verbandes und macht die Herausforderungen für Hausärztinnen und Hausärzte im Alltag deutlich. Sämtliche Reden und Anträge werden zeitnah unter www.hausaerzteverband.de zum Download bereitgestellt. Dort finden Sie auch die neu aufgelegte Broschüre "Perspektive Hausarzt", die im Rahmen der Delegiertenversammlung vorgestellt wird und die (angehenden) Ärztinnen und Ärzten einen ersten Überblick und viele hilfreiche Informationen rund um den Hausarztberuf gibt.


Die Pressemitteilung als PDF

Kontakt:

Deutscher Hausärzteverband e.V. | Büro des Bundesvorsitzenden
Christian Schmuck | Leiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin
( + 49 (0) 30 887 143 73-60 | pressestelle@hausaerzteverband.de
www.hausaerzteverband.de

 

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