Neues zu den HZV-Verträgen

Aktuelle Neuigkeiten rund um die HZV-Verträge

Neu seit dem 01.07.2017: Weiterentwicklung der HZV-Verträge mit der BKK VAG und Bosch BKK

Zum 01.07.2017 wurden in den HZV-Verträgen der BKK VAG und der Bosch BKK vier neue Leistungskomplexe eingeführt, die nicht nur eine Anpassung an die Versorgungsrealität in der Hausarztpraxis bedeuten, sondern vor allem auch die Arbeit der VERAH besonders honorieren! Dabei handelt es sich um:
 

  • VERAH® TopVersorgt: Im Rahmen dieses neuen Programms soll eine intensivierte Patientenbetreuung durch den Hausarzt bzw. die VERAH für Patienten mit höhergradiger Herzinsuffizienz bzw. Diabetes Mellitus Typ 2 mit Komplikationen geboten werden.
    Vergütung: 50 € im ersten Quartal / 30 € in den Folgequartalen.
  • Versorgungsmodul Adipositas: Eine spezielle Beratung für Versicherte mit Adipositas (BMI > 30) wird ab dem 01.07.2017 mit 25 € pro Patient vergütet. 
  • P4: Ab dem 01.07.2017 wird die speziell auf die Bedürfnisse multimorbider Patienten abgestimmte hausärztliche Versorgung durch die P4  auch in den HZV-Verträgen der BKK VAG und der Bosch BKK mit 15 € im Quartal vergütet. 
  • Palliativversorgung: Für die Behandlung von Palliativpatienten wird es eine Vergütung von 120 € im Quartal geben.

Neben der Einführung der neuen Leistungskomplexe erfolgt eine Anhebung der

  • P1 von 65 € auf 66 € / 76 € unter Berücksichtigung des Psychosomatik-Zuschlages (s.u.)
  • P2 von 40 € auf 43 €
  • P3 von 30 € auf 33,50 € 
  • Die Einzelleistungen 35100 sowie 35110  werden in einen Psychosomatik-Zuschlag auf die P1 in Höhe von 10 € überführt.

VERAH® TopVersorgt

Im Rahmen dieses neuen Programms soll eine intensivierte Patientenbetreuung durch den Hausarzt bzw. die VERAH® für Patienten mit höhergradiger Herzinsuffizienz bzw. Diabetes Mellitus Typ 2 mit Komplikationen geboten werden. Der Ablauf in der Praxis ist dabei ganz einfach und unbürokratisch: Sie wählen selbst geeignete Patienten für das Programm aus und sprechen sie auf eine Teilnahme an. Möchte Ihr Patient mitmachen, wird er durch seine Betriebskrankenkasse im Programm begrüßt und die VERAH® übernimmt bestimmte Aufgaben in der Patientenbetreuung (um welche Aufgaben es sich dabei genau handelt, können Sie in Anhang 7 zu Anlage 14 der Vertragsunterlagen nachlesen).

Abgerechnet wird 1x pro Quartal mit der Ziffer 56565. Die maximale Programmdauer ist zunächst auf 8 Quartale festgesetzt, eine Verlängerung ist aber jederzeit möglich.
Vergütung: 50 € im ersten Quartal / 30 € in den Folgequartalen.

Tipp: Weitere Informationen finden Sie auf unserem Flyer zum VERAH® TopVersorgt-Programm. Klicken Sie dazu einfach auf das Bild rechts!

Versorgungsmodul Adipositas

Eine spezielle Beratung für Versicherte mit Adipositas (BMI > 30) wird ab dem 01.07.2017 mit 25 € pro Patient vergütet. 

Die Abrechnungsziffer 56566 kann dabei maximal einmal innerhalb von 24 Monaten abgerechnet werden. Ziele dieses Versorgungsmoduls sind vor allem die langfristige Senkung und Stabilisierung des Gewichts von adipösen Patienten. Auch hier ist das Vorgehen in der Praxis völlig unkompliziert und umfasst im Wesentlichen nur wenige Schritte:

1. Der Arzt führt mit dem in Frage kommenden Patienten ein Beratungsgespräch durch und empfiehlt ihm die Teilnahme.

2. Der Arzt erläutert dem Patient, dass innerhalb des Programms seine Teilnahme an einem Programm eines externen Anbieters wünschenswert ist.

3. Entscheidet sich der Patient für eine Teilnahme, sollte die Praxis die Krankenkasse per Anruf oder Schnellinformation darüber informieren. Diese setzt sich dann mit dem Patient in Verbindung.

Während der Teilnahme des Patienten an einem Programm eines externen Partners (die Kosten für die Programmteilnahme werden von den Betriebskrankenkassen zu 80-100% übernommen) besteht die Aufgabe der Hausarztpraxis vornehmlich darin, den Gewichtsverlauf weiterhin zu kontrollieren, motivierend auf den Patienten einzuwirken und ggf. Rücksprache mit dem Programmanbieter zu halten. Die genauen Aufgaben der Hausarztpraxis können Sie in Anhang 8 zu Anlage 14 einsehen. Weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne auch telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 09.00 und 17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0711 21747-600.

Weiterentwicklung des HZV-Vertrages mit der AOK im Bereich diabetologischer Erkrankungen

Zum 01.07.2017 wurde eine "Zielauftragspauschale Diabetologie" in Höhe von 12,50 € eingeführt, die max. fünfmal pro Zielauftrag von DMP-Ärzten der Ebene 2 abgerechnet werden kann. Gleichzeitig wird die P3a durch einen Zuschlag P3b in Höhe von 25 € ergänzt, der bei Vorliegen der P3a und der Qualifizierung zur Teilnahme an DMP Diabetes Typ 1 (gem. § 3 DMP DM1-Vereinbarung i.V.m. Anlage 1a zur Strukturqualität) automatisch zugeschlagen wird.

Für die Abrechnung der P3b ist eine Diagnose aus der Anlage 12 Anhang 7 erforderlich.

Neu seit Q1/2017: Mood-GYM

Seit Anfang des Jahres besteht für am AOK HZV-Vertrag teilnehmende Ärzte die Möglichkeit, Patienten in der Praxis ein internetbasiertes, verhaltenstherapeutisches Selbsthilfeprogramm zur Unterstützung bei der Therapie von Depressions- und Angstsymptomen anzubieten. Das Programm basiert auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie und eignet sich für Patienten, die hausärztlich ohne die Einbindung psychiatrisch-psychotherapeutischer Mitbehandlung betreut werden oder die gerade noch auf einen Therapieplatz warten. In dem nach einem Baukastensystem aufgebauten Programm, das für den Arzt und den Patienten kostenlos ist, übt der Patient, depressiven Symptomen vorzubeugen und zu verringern. Alle Informationen finden Sie unter www.moodgym-deutschland.de. Zusätzlich können Sie als HZV-Vertragsteilnehmer weitere Informationsmaterialien und Patientenflyer bei der WBR MediaConcept GmbH bestellen.

Neuerungen im HZV-Vertrag der AOK Baden-Württemberg 

Rückwirkend zum 01.10.2016 gibt es zwei Neuerungen im HZV-Vertrag der AOK Baden-Württemberg.

Neuer Komplexitäts-Zuschlag P4a
Neben dem Zuschlag P4 gibt es nun den neuen Komplexitäts-Zuschlag P4a. Dieser wird analog zur P4 ausgelöst, wenn behandlungsrelevante Diagnosen aus vier oder mehr Krankheitsbereichen gem. Anhang 5 zur Anlage 12 HZV-Vertrag dokumentiert sind und an das HÄVG Rechenzentrum übermittelt werden. 
Der Komplexitäts-Zuschlag in Höhe von 5 Euro wird einmal pro Quartal pro HZV-Versicherten mit den genannten Kriterien vergütet. 

Kontinuierliche Kontrolle der Arzneimitteltherapie
Seit dem 01.10.2016 haben alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung einen Anspruch auf die Aushändigung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans in Papierform, wenn sie mindestens drei verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen. Dies gilt natürlich auch für in die Hausarztzentrierte Versorgung eingeschriebenen Versicherten und wird durch die Aufnahme der Position "Kontinuierliche Kontrolle der Arzneimitteltherapie" in den Leistungsbeschreibungen der Zuschläge P3/P4 und P4a aufgenommen.