Baden-Württembergischer Hausärztetag

Baden-Württembergischer Hausärztetag

Unser größtes Event für Hausärztinnen und Hausärzte und das ganze Praxisteam lockt jedes Jahr mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Landeshauptstadt Stuttgart. Der 18. Baden-Württembergische Hausärztetag findet vom 27. bis 28. März 2020 statt. 

Grußwort des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) betonte in seinem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 17. baden-württembergischen Hausärztetags die Bedeutung der Hausärztinnen und Hausärzte für eine funktionierende, wohnortnahe Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg. Außerdem spricht er sich dafür aus, die Rahmenbedingungen für eine hausärztliche Tätigkeit kontinuierlich zu verbessern und die Attraktivität des Berufsstandes weiter zu steigern.

Grußwort des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Winfried Kretschmann
 © Staatsministerium Baden-Württemberg

Hochkarätige Fortbildungen

Auf unseren Hausärztetagen erwartet Sie jedes Jahr im Frühjahr ein vielseitiges Fortbildungangebot. Am 22. und 23. März 2019 standen neben dem IhF Kompakttag ein paar besondere Highlights auf dem Programm: das Seminar  "Ärztliche Leichenschau" in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Stuttgart,  der Workshop zur Digitalisierung in der Hausarztpraxis, die praxisorientierte Veranstaltung zur Kleinen Chirurgie und das Seminar "Hausarztpraxis: Work, Life und auch die Kohle stimmt" des Forums Hausärztinnen in Baden-Württemberg. Die Dozentinnen und Dozenten der Seminare "HZV-Abrechnung 1 und 2" und der PraCMan-Einsteigerschulung begeisterten Medizinische Fachangestellte mit ihrem fundierten Wissen rund um die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV). 

Berufspolitik hautnah

Zentraler Bestandteil jedes Hausärztetags ist die berufspolitische Podiumsdiskussion am Samstagvormittag. Am 23. März 2019 diskutierten die prominenten Gäste aus Politik und Gesundheitswesen im Kontext des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG), ob die Einführung eines verpflichtenden Primärarztsystems in Deutschland sinnvoll ist.

Die Vorstandsvorsitzenden des Hausärzteverbands Baden-Württemberg, Dr. Berthold Dietsche und Dr. Frank-Dieter Braun, sprachen sich in ihren Plädoyers für den bundesweiten Ausbau der auf Freiwilligkeit basierenden Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) nach baden-württembergischem Vorbild aus und forderten die Bundesregierung auf, ihre Weiterentwicklung aktiv zu unterstützen.

Die Bundespolitikerinnen Karin Maag (CDU) und Heike Baehrens (SPD) betonten, dass TSGV versuche über die Bonifizierung von Teilnahmen ganz bewusst, die Hausarztzentrierte Versorgung zu stärken. Gleichzeitig wolle man mit Hilfe von Terminservicestellen mehr Steuerung im deutschen Gesundheitssystem etablieren – ganz besonders in Bundesländern, in denen die Hausarztzentrierte Versorgung bislang auf wenig Interesse stößt.

Dr. Christopher Hermann (AOK Baden-Württemberg) konterte, das TSVG schaffe viel zu wenig Anreize, die Hausarztentrierte Versorgung außerhalb von Baden-Württemberg zu fördern und konzentriere sich stattdessen darauf, die Zahl der Arzt-Patienten-Kontakte über die Terminservicestellen weiter in die Höhe zu treiben.

Hausärztin Dr. Susanne Bublitz äußerte große Zweifel an der Effektivität der Terminservicestellen. Sie seien lediglich dazu da, Patienten Termine zu vermitteln, die diese eigentlich gar nicht bräuchten. Ihrer Meinung nach ist es die Aufgabe der Hausärztinnen und Hausärzte, die Patientensteuuerung zu übernehmen, wenn die Politik sie entsprechend lasse. 

Ulrich Weigeldt (Deutscher Hausärzteverband e. V.) bemängelte, dass die Politik viel Geld für Terminservicestellen ausgebe, ohne dass ihr Nutzen erwiesen sei. Von der HzV, deren positive Effekte in Evaluationen wissenschaflich belegt werden konnten, erwarte man dagegen, dass sie sich selbst finanziere.

Dr. Norbert Metke (Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg) erklärte, dass er anerkenne, dass die Bundespolitik über Terminservicestellen versuche, mehr Steuuerung in die Gesundheitsversorgung zu bringen, sprach sich aber ebenfalls für eine hausärztliche Patientensteuuerung aus. Er schlug vor, primärarztlicher Strukturen stufenweise einzuführen und mit Patienten zu beginnen, die diese am dringensten brauchen.

Die Podiumsgäste des 17. baden-württembergischen Hausärztetags
von links nach rechts: Dr. Christopher Hermann, Dr. Susanne Bublitz, Dr. Norbert Metke, Karin Maag, Dr. Frank-Dieter Braun, Heike Baehrens,
Ulrich Weigeldt und Dr. Berthold Dietsche

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Nach dem Hausärztetag ist vor dem Hausärztetag: Sie haben Fragen, Wünsche oder Ideen für die nächsten Veranstaltungen? Dann schicken Sie uns Ihre Vorschläge an info@hausarzt-bw.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Der Hausärztetag 2019 in Bildern