Corona-Pandemie FAQ

Alle Informationen rund um die Corona-Pandemie
Das Coronavirus SARS-CoV-2 fordert unser Gesundheitssystem und unsere Hausarztpraxisteams im Moment immens. Als Hausärzteverband Baden-Württemberg sehen wir es in unserer Verantwortung, die hausärztliche Versorgung auch unter außergewöhnlichen Umständen zu schützen. Die Gesundheit unserer Hausärztinnen und Hausärzte und ihrer Teams steht für uns an oberster Stelle. Sie alle sind eine der wichtigsten Säulen unserer Gesundheitsversorgung! Damit Sie gut vorbereitet und informiert sind, haben wir wichtige Fragen und Antworten rund um die Coronavirus-Pandemie für die Hausarztpraxis zusammengestellt.

Corona-Impfung: Startklar in acht Schritten

Ab April kann in der Hausarztpraxis gegen COVID-19 geimpft werden. Damit Sie und Ihr Team entspannt in die Impfphase starten können, haben wir Ihnen die wichtigsten Links zusammengestellt, die Sie und Ihr Praxisteam in der Vorbereitung unterstützen.

Um das Impfen in Ihren Praxisalltag optimal integrieren zu können, finden Sie in acht Schritten wichtige Tipps und Hilfestellungen.

Themenbereiche im Überblick

Wir sagen Danke!

Als Hausärzteverband Baden-Württemberg möchten wir uns ganz herzlich für den unermüdlichen Einsatz von Ihnen und Ihren Praxisteams bedanken! Bleiben Sie gesund und schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter. Dämmen Sie Arzt-Patienten-Kontakte und Patient-Patienten-Kontakte dafür so gut wie möglich ein und nutzen Sie neue Möglichkeiten der Patientenversorgung. Kümmern Sie sich in direktem Kontakt nur dann um COVID-19-(Verdachts-)Fälle, wenn Sie eine funktionsfähige Schutzausrüstung besitzen.

Fragen und Antworten rund um das Coronavirus

Wissenswertes

Weltweit haben sich tausende Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das genaue Ausmaß der weltweiten Virusinfektion hat das amerikanische Center for Systems Science and Engineering (CSSE) an der John Hopkins University in Baltimore in einer interaktiven Karte visualisiert. Die Zahl der Infizierten wird ständig aktualisiert.

Den Stand der Infektionen in Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in einer interaktiven Karte dargestellt, mit den Zahlen auf Bundes- und Landesebene.

Zur Lage in Baden-Württemberg veröffentlicht das  Ministerium für Soziales und Integration regelmäßig neue Informationen zu aktuellen Fällen und Maßnahmen gegen eine weitere Verbreitung des Coronavirus im Land. Auf baden-württemberg.de finden Sie außerdem eine Übersichtskarte.

Besonders ans Herz legen wir Ihnen den Newsletter MMK-Benefits von Prof. Dr. Michael Kochen, mit aktuellen Informationen run um COVID-19. Als Mitglied im Hausärzteverband Baden-Württemberg haben Sie die Möglichkeit, die MMK-Benefits kostenfrei zu abonnieren. Kontaktieren Sie uns gerne unter info@hausarzt-bw.de, wenn Sie die MMK-Benefits künftig erhalten möchten. 

Die DEGAM  eine S1-Leitlinie „Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis“ veröffentlicht (AWMF-Nummer 053-054). Die Leitlinie wird regelmäßig angepasst und aktualisiert. Alle Dokumente sowie eine Anleitung zur Probenentnahme für Patienten stehen unter awmf.org zum Download.  

Das Robert Koch Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Auf rki.de stellt das Robert Koch Institut viele aktuelle Informationen zu Fallzahlen, Risikobewertungen, Meldepflichten, Verdachtsabklärung und Maßnahmen für die Hausarztpraxis zur Verfügung.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KBVW) stellt Hausärztinnen und Hausärzten in Baden-Württemberg auf kvbawue.de aktuelle Informationen zu Hygiene und Schutzausrüstung oder der Abrechnung rund um den Coronavirus bereit.

Auf aerztekammer-bw.de informiert die Landesärztekammer Baden-Württemberg über das Thema Berufshaftpflichversicherung oder andere arbeitsrechtliche Problemstellungen.

Bei Fragen rund um das Coronavirus erreichen Sie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg unter 0711 - 904-39555 (Montag bis Sonntag, zwischen 9 und 18 Uhr).

Der G-BA hat im Zusammenhang mit der Pandemie mit SARS-​CoV-2 zeitlich befristete Sonderregelungen in Bezug auf seine regulären Richtlinienbestimmungen getroffen. Auf einer Übersichtseite sind alle Bestandteiler dieser Sonerderregelungen aufgezeigt. 

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBKhat seine "Notfall-Informations- und Nachrichten-App" (kurz NINA) ausgebaut und mit Informationen rund um das Thema Corona ergänzt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine „Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ gezeichnet. Die Inhalte dieser Verordnung sind auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums einsehbar. 

Dr. med. Kemal Akdenizli hat folgende Leitlinien und Artikel aufgegriffen, die in Großbritannien bisher kommuniziert wurden:

Coronavirus disease 2019 (covid-19): a guide for UK GPs

BMJ Best Practice Coronavirus disease 2019 (COVID-19)

Rapidly managing pneumonia in older people during a pandemic

Laut Dr. Akdenizli werden demnach die Patienten in Risikogruppen eingeteilt und der Curb-Score wird genutzt. Es wird betont wie wichtig der schnelle Start von Antibiotika ist und geraten, dass Pflegeheime Antibiotika vorhalten, damit es zu keiner Verzögerung durch Lieferschwierigkeiten in der Pandemie kommt.

Zur Diagnose über Video und Telefon besagt das Review des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine laut Dr. Akdenizli, dass es keine evidenzbasierten validierten Tests gibt, das Review liefert aber hilfreiche Tipps zur Umsetzung. 

Dr. Manfred Eissler, Diplom-Physiker, Hausarzt und Vorstandsmitglied im Hausärzteverband Baden-Württemberg, visualisiert in einer Simulation, wie sich eine Infektion ausbreiten kann und wie die Mobilität sich auf eine zweite Welle auswirkt. In einem zweiten Video zeigt er außerdem den Effekt einer Impfung auf das Infektionsgeschehen.

Video 1: The Second Wave - die zweite Welle: Simulation der Ausbreitung einer Corona-Virus-Infektion

Video 2: Simulation einer Infektion - Impfung - Reproduktionsrate - Kontagiosität. Agent-based Model

Aktueller Wissensstand zu SARS-CoV-2 und Covid-19

  • Tröpfcheninfektion und Aerosole aus der Luft
  • Kontaktübertragung ist nicht sicher auszuschließen

  • Unspezifisch, vielfältig und stark variierend
  • Symptomlos bis zu schweren Verläufen mit Lungenversagen und Tod

Die Hauptsymptome:

  • Fieber (41%), Husten (49%), Schnupfen (21%)
  • Störung des Geschmacks/Geruchssinn (15%)

  • Nach Infektion mit SARS-CoV-2 Bildung von spezifischen Antikörpern
  • Beginn der Serokonversionin der zweiten Woche nach Beginn der Symptome
  • Neutralisierende Antikörper am Ende der zweiten Woche
  • Unklar:
    • Aufbau des Immunstatus in Bezug auf Dauer und Regelhaftigkeit
    • Erfahrungen mit anderen Corona-Virusinfektionen deuten auf eine etwa drei Jahre anhaltende Immunität hin

  • Adipositas
  • Vorerkrankungen wie KHK, Hypertonie, COPD, Diab.mell. Tumorerkrankungen, Immunschwäche, Lebererkrankungen

  • Von Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung: 5-6 Tage (1-14 Tage)
  • Infektiosität: Zwei Tage vor Beginn der Symptomatik bis 4-9 Tage danach

 

  • Höchste Infektiosität ein Tag vor Beginn der Symptome
  • Kinder und Schwangere haben häufig einen symptomlosen Verlauf
  • Abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Inaktivierung durch Sonnenlicht:
    • Karton: 24 Stunden
    • Edelstahl: 48 Stunden
    • Kunststoff: bis zu 72 Stunden
  • Menschen, die älter sind als 60 Jahre
  • Chronisch Kranke

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in Fachzeitschriften veröffentlichte Studien zur Wirksamkeit von nicht-pharmazeutischen Interventionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie systematisch ausgewertet. Davon konnten 27 identifiziert werden, die eine relevante Evidenz präsentieren können. Trotz methodischer Beschränkungen vieler Studien zeigt sich, dass die Beschränkung von Versammlungen, die Schließung von Arbeitsplätzen, die Schließung von Schulen und das Tragen von Masken im Hinblick auf die betrachteten relativen Ergebnisse bei der Kontrolle der Epidemie wirksam sind. Alle Informationen finden Sie auf der Seite der Robert-Koch-Instituts

Rund um die Arbeit in der Hausarztpraxis

„Der Hausarzt”, das offizielle Organ des Deutschen Hausärzteverbandes, hat für Hausärzte aktuelle Praxishilfen und Checklisten zum Download oder Ausdrucken zusammengestellt. Für die Praxis stehen Handlungsideen für Pandemie-Situationen, Muster-Formulierungen für PVS und Bescheinigungen, eine Checkliste für den Corona-Verdacht in der Hausarztpraxis, Telefon-Triagen, ein MFA-Fragebogen, Praxisaushänge und ein Rezept für Desinfektionsmittel bereit.

Um Ihre Patienten auf die aktuelle Situation hinzuweisen, laden Sie sich unser Hinweisschild für die Praxistür herunter.

Zum Umgang mit Patienten hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin einen Leitfaden für COVID-19 kompatible Kommunikation veröffentlicht, dieser basiert auf der VitalTalk-Open-Source Fibel. 

Die Medizinische Kinderschutzhotline stellt Fachkräften im Gesundheitswesen eine kostenlose Arbeitshilfe zur Verfügung. Diese soll die Beratung von Familien erleichtern, welche durch die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

„Der Hausarzt”, das offizielle Organ des Deutschen Hausärzteverbandes, hat für Hausärzte aktuelle Praxishilfen und Checklisten zum Download oder Ausdrucken zusammengestellt. Zum Download finden Sie ein Factsheet zu SARS-CoV-2, Patienteninformationen zum Coronavirus allgemein, zum Seniorenschutz, Besuchsregeln für Zuhause und für Pflegeheime und zu fieberhaften Infekten.

Die DEGAM stellt außerdem Patientenflyer und Home-Care Handlungsempfehlung bereit. Der Patientenflyer ist auch auf englisch, griechisch, italienisch, polnisch, russisch, spanisch und türkisch verfügbar. Home-Care Handlungsempfehlung steht ebenfalls auf englisch, persisch und spanisch bereit.

In der S1-Leitlinie „Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis“ (AWMF-Nummer 053-054) der DEGAM steht eine Patientenleitlinie sowie ein eine Anleitung zur selbstständigen Durchführung eines Rachenabstrichs zum Download.

Zu den aktuellen Reiseverordungen hat das Centrum für Reisemedizin alle Informationen zu den Reiseländern in einem Reise-Checker zusammengefasst.

Die Auslieferung von medizinischer Schutzausrüstung, die zentral durch die Bundesregierung beschafft wurde, hat laut KBV am 20. März begonnen. Die Materialien für die ambulante medizinische Versorgung werden von einem privaten Logistikunternehmen direkt an die 17 Kassenärztlichen Vereinigung (KVen) geliefert, die diese dann vor Ort an Praxen verteilen. Weitere Informationen hierzu auf der Website der KBV.

Die KV BW empfiehlt zudem auch weiterhin mit Ihren üblichen Lieferanten in Kontakt zu bleiben, um zu erfahren, wann Schutzkleidung wieder lieferbar ist. Alle aktuellen Informationen und Entwicklungen zum Thema Schutzkleidung finden Sie auf kvbawue.de.

Ein internationales Forschungsteam um Professor Stephanie Pfänder von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat untersuchtt, welche Desinfektionsmittel gegen SARS-CoV-2 wirken. Sie kamen zum Ergebnis, dass beide WHO-Desinfektionsmittel und die in ihnen enthaltenen Alkohole Isopropanol und Ethanol das SARS-CoV-2-Virus ausreichend inaktivieren können. Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie hier

Patienten mit Grunderkrankungen fragen in unseren Hausarztpraxen im Moment vermehrt und mit Nachdruck an, ob sie angesichts der aktuellen Entwicklungen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bekommen können. Abeitsunfähigkeitsbescheinigungen dürfen auch weiterhin nur dann ausgestellt werden, wenn Symptome vorliegen.

 

Das Robert Koch Institut (RKI) hat für die Verdachtsabklärung von COVID-19 eine Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte entwickelt. Das Flussschema gibt nicht nur Auskunft über Erstmaßnahmen für die Hausarztpraxis, sondern auch Folgemaßnahmen und die Weiterversorgung der Patienten.
Die Software CovApp kann Patienten helfen, die Notwendigkeit eines Arztbesuches oder Coronavirus-Tests besser einzuschätzen. Der Patient beantworte am PC oder Smartphone verschiedene Fragen. Auf den Antworten basieren erhält er am Schluss Handlungsempfehlungen. Die medizinisch relevanten Informationen für ein Arztgespräch werden am Ende für den Patienten zusammengefasst. CovApp wurde von der Charité Berlin in Zusammenarbeit mit Data4life entwickelt.

Hinweise, Empfehlungen und Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung in Zusammenhang mit dem Coronavirus (zum Beispiel Mund-Nasen-Schutz oder FFP-Masken) hat das Robert-Koch-Institut für niedergelassen Ärzte und Krankenhäuser online auf seiner Website zusammengestellt.  Darüber hinaus finden Sie auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin viele nützliche Empfehlungen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit haben dem Krisenstab der Bundesregierung ein neuartiges Wiederverwendungsverfahren von Atemschutzmasken vorgeschlagen. Alle Informationen hierzu auf der Seite des BMAS.

Zudem hat die Bundesregierung eine Empfehlung für Atemschutzmasken in der Bevölkerung veröffentlicht. 

Laut KBV ist die Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für die telefonische Konsultation sowie für Folgerezepte nach telefonischer Anamnese, Überweisungen und Folgeverordnungen nicht notwendig, wenn der Patient in den zurückliegenden sechs Quartalen (1. Oktober 2018 bis 31. März 2020) mindestens einmal in der Praxis war. In diesen Fällen übernimmt die Praxis die Versichertendaten aus der Patientenakte. Dies gilt auch für die Videosprechstunde und die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Bei diesen beiden Angeboten gibt es zudem die Möglichkeit, auch unbekannte Patienten ohne Einlesen der eGK zu behandeln. In diesem Fall übermittelt der Patient seine Daten per Telefon oder Video an die Praxis. Weiteren Informationen auf der Website der KBV.

Ob telefonische AU-Bescheinigung oder Portokosten für Rezepte – um Ärzte und Psychotherapeuten in der Coronakrise zu entlasten und eine zusätzliche Ausbreitung des COVID-19-Virus über die Wartezimmer zu verhindern, hat die KBV zahlreiche Sonderregelungen abgeschlossen. Alle Regelungen auf einen Blick finden Sie auf der Website der KBV.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt derzeit vor einer Zunahme von Cyber-Angriffen mit Bezug zum Corona-Virus auf Unternehmen und Bürger. Die internationale Polizeibehörde INTERPOL hat zudem eine Warnmeldung veröffentlicht, in der sie die generelle Gefahr von Cyberangriffen auf Einrichtungen im Gesundheitswesen während der Pandemie beschreibt.

Das Innenministerium Baden-Württemberg und die Cyberwehr am FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe reagieren darauf, indem die Cyberwehr ihre Dienstleistungen für Einrichtungen der Gesundheitsbranche in den nächsten drei Monaten landesweit anbietet. Das Leistungsangebot der Cyberwehr umfasst eine Telefon-Hotline, eine Vorfallsanalyse, eine spezifische Beratung und einen Task-Force-Einsatz durch ein IT-Sicherheitsunternehmen vor Ort.

Unter der kostenlosen Hotline 0800 CYBERWEHR, 0800 292379347, stehen die Experten rund um die Uhr zur Verfügung und helfen unbürokratisch im Rahmen eines Erste-Hilfe-Einsatzes. Weitere Informationen zu Cyberwehr auf der Seite baden-wuerttemberg.de.

Nach der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg sind seit dem 25.1.2021 für die Patienten und das Personal in der Praxis ab sofort medizinische Masken vorgeschrieben. Unter medizinischen Masken sind OP-Masken (DIN EN 14683:2019-10) oder FFP2 (DIN EN 149:2001) respektive Masken der Normen KN95/N95 zu verstehen.

Kinder bis einschließlich 14 Jahre dürfen weiter Alltagsmasken tragen und Kinder bis einschließlich 5 Jahre sind weiter von der Maskenpflicht ausgenommen.

Die Patienten haben die Masken selbst zu stellen, für Notfälle sind diese durch die Praxis vorzuhalten. Laut KVBW können Sie Patienten zur Beschaffung andersweitig verweisen, falls diese keine entsprechende Maske mit sich führen oder auch zum Selbstkostenpreis durch die Praxis zur Verfügung stellen.

Alle weiteren Informationen finden Sie in der Corona-Verordnung.

Wenn ein chronisch kranker Patient aus Angst vor einer Ansteckung nicht in Ihre Hausarztpraxis kommt, so haben Sie in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) die Möglichkeit, mit fernmündlichen Methoden aktiv Kontakt zur Gesundheitsfürsorge aufzunehmen. Dafür hat der Patient Sie mit seiner Teilnahme an der HZV rechtlich ermächtigt.

Wenn Sie Kontakt aufnehmen, ist es wichtig, dass Sie sich nach dem Gesundheitszustand der erkrankten Person erkundigen, die Medikamenteneinnahme abfragen, den Bedarf nach Folgeverordnungen klären und wenn nötig einen Sprechstundentermin vereinbaren. Darüber hinaus können auch Unsicherheiten und Ängste besprochen und geklärt werden.

Seit dem 16. Juni 2020 ist die neue Corona-Warn-App der Bundesregierung auf dem Markt. Sie soll dabei helfen, festzustellen, ob ein App-Nutzer in Kontakt mit einer infizierten Person geraten sist und daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. Infektionsketten sollen so schneller unterbrochen werden. Der Download und die Nutzung der App sind freiwillig. Sie ist kostenlos für Apple-Nutzer im App Store und für Android-Nutzer bei Google Play erhältlich.

Die App misst über das Smartphone, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher zwei Meter gekommen sind. Mit Hilfe von Schwellenwerten werden aus den Messwerten die Risikomelden "niedriges Risiko" und "erhöhtes Risiko" ausgegeben. Wie Hausärzte mit Patienten umgehen können, die von der Corona-Warn-App informiert wurden, und wie die Corona-Warn-App arbeitet, hat "Der Hausarzt.Digital" auf seiner Website in sechs Schritten anschaulich dargestellt. 

Die Ärztezeitung hat eine Grafik zum strukturierten Umgang mit Corona-Verdachtspatienten im Zusammenhang mit der App veröffentlicht.

Für Tests zur diagnostischen Abklärung sowie für Tests nach einer Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App, wird nun das Muster10C verwendet. Weitere Informationen hierzu von der KBV.

Viele Praxen haben Probleme den Abstandsregelungen in ihren Räumlichkeiten gerecht zu werden. Hier ein paar nützliche Tipps, um die bundesweiten Vorgaben besser umsetzen zu können:

Schild am Praxiseingang / Information auf Praxishomepage:

  • Bitte rufen Sie für jedes Anliegen erst in der Praxis an und vereinbaren Sie einen Termin mit unsrem Praxisteam. Auch wenn es sich nur um die Abholung eines Rezepts handelt, bitten wir Sie höflich vorher einen Termin zur Abholung zu vereinbaren.

Anrufbeantworter:

  • Bitten Sie Ihre Patienten sich für jedes Anliegen telefonisch/per Mail mit Ihnen abzustimmen, um das Aufkommen von walk-in Patienten möglichst klein zu halten.
  • Bitten Sie Ihre Patienten zum vereinbarten Termin zu erscheinen, nicht früher, aber auch nicht später. So können Sie möglicherweise Überschneidungen von Patienten reduzieren und den Mindestabstand im Wartezimmer besser einhalten.

Weitere Tipps, falls das Wartezimmer trotz strenger Zeitvorgaben überfüllt sein sollte:

  • Es ist schönes Wetter? Bitten Sie Ihre Patienten bei Wartezeiten noch draußen vor der Praxis zu warten, sofern es der Gesundheitszustand des Patienten erlaubt.
  • Bitten Sie Ihre Patienten im eigenen Auto zu warten, bis ein Platz im Wartezimmer frei wird. 
Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat Empfehlungen zu Vorgehensweise für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege und für allgemein bildende und berufliche Schulen im Zusammenhang mit Coronafällen veröffentlicht. Aus diesen geht hervor, wie in diesen Fällen zu verfahren ist. 
Zu den wichtigsten Maßnahmen, um das Coronavirus zu bekämpfen, gehören Tests. Dabei ist ein zielgerichtetes Vorgehen besonders wichtig. Die geltende nationale Teststrategie ist vom Bundesministerium für Gesundheit in der "Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2" festgelegt und wird kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen angepasst.

Ja, Sie können Ihr Personal regelmäßig vorsorglich testen (Coronavirus-Testverordnung – TestV).

Neben Antigen-Schnelltests sind Antigen-Labortests möglich. Die Testungen müssen nicht mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Wichtig ist, dass Sie hierbei nur Antigen-Tests verwenden, die vom Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte ausgewiesen werden. Eine Liste vom BfAuM mit erstattungsfähigen Test finden Sie hier.

Positive Testergebnisse eines SARS-CoV-2-Erregers sind namentlich meldepflichtig und müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden. Für den Schnelltest entstehen Ihnen Beschaffungskosten in Höhe von maximal 7 Euro pro Test. Der Abstrich beim Praxispersonal kann jedoch nicht abgerechnet werden. Dies muss von der KBV bis zum 12. November noch festgelegt werden.

Empfehlungen zu Arbeitsschutzmaßnahmen bei den Testungen hat der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) veröffentlicht: Empfehlung zu Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2 (PDF-Dokument)

Auch Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen können sich zu einem späteren Zeitpunkt gegen das Coronavirus impfen lassen. Sie benötigen als Nachweis ein ärztliches Zeugnis, falls sie nicht schon aufgrund ihres Alters Anspruch auf die Impfung haben sollten. Dies betrifft die Personengruppen, die in den Paragraphen 3 Ziffer 2 und 4 Ziffer 2 der Corona-Impfverordnung genannt sind. 

Es reicht aus, wenn der Arzt formlos bescheinigt, dass eine Erkrankung im Sinne der Coronavirus-Impfverordnung vorliegt.  Für das Zeugnis sind keine detaillierten Angaben zu den Vorerkrankungen erforderlich.

Beispiel hohe Priorität: 
"Hiermit wird bescheinigt, dass bei Herrn/Frau Mustermann eine Erkrankung im Sinne von § 3 Ziffer 2 der ImpfVO vorliegt."

Beispiel erhöhte Priorität:
"Hiermit wird bescheinigt, dass bei Herrn/Frau Mustermann eine Erkrankung im Sinne von § 4 Ziffer 2 der ImpfVO vorliegt."

Wir stellen Mustervorlagen zur Bescheinigung einer ehöhten oder hohen Priorität für die Corona-Schutzimpfung zum Download bereit.

Rechtliche Fragestellungen

Alle begründeten Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-COV-2 müssen gemeldet werden. Diese Meldung muss innerhalb eines Tages, das heißt 24 Stunden, unter Angabe des Namens und der Kontaktdaten des betroffenen Patienten an das Gesundheitsamt geschehen.

Weitere Informationen finden Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands.

Ein „begründeter Verdachtsfall“ hatte laut RKI Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall oder war in den letzten 14 Tagen in einem vom RKI genannten Risikogebiet und weist Symptome wie Fieber, Husten, Atemnot oder Heiserkeit auf. Alle weiteren Verdachtsfälle sind nicht zu melden.

Mehr Informationen haben wir für Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands zusammengestellt.

Im Falle eines an SARS-COV-2 erkrankten Mitarbeiters erhält dieser Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Krankengeld. Ist der Mitarbeiter nicht erkrankt, das Gesundheitsamt hat die Person jedoch aufgrund von Verdacht auf eine Ansteckungsgefahr isoliert, so erhalten diese eine Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz.

Ausführliche Informationen zu Tätigkeitsverboten und Quarantäne der Praxismitarbeiter finden Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands.

Ist es dem Mitarbeiter nicht möglich zur Arbeit zu erscheinen, da die Kinderbetreuung des Mitarbeiters aufgrund von Kita- oder Schulschließungen nicht gewährleistet kann, könnte der Mitarbeiter einen Lohnfortzahlungsanspruch nach § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (RGB) haben. Hierzu muss jedoch der betreffende Arbeitsvertrag zur Prüfung herangezogen werden, da § 616 RGB abdingbar ist und in Arbeitsverträgen ausgeschlossen werden kann.

Ausführlichere Informationen finden Sie im Dokument des Deutschen Hausärzteverbands.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat am 16. März 2020 mit einem Schreiben an die zuständigen Behörden umfangreiche Ausnahmeregelungen im Arbeitszeitrecht veranlasst. 

Die Ausnahmeregelungen sehen vor, dass in systemrelevanten Tätigkeiten, wie die Arbeit in der Hausarztpraxis, zur Bekämpfung der Pandemie durch das Coronavirus SARS-CoV-2 auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden darf. Zudem kann in diesen Tätigkeiten die tägliche Höchstarbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden verlängert werden. 

Die Regelung tritt nach örtlicher Bekanntmachung durch die zuständigen Behörden in Kraft und ist befristet bis zum 30. Juni 2020. Die betroffenen Betriebe müssen keinen Antrag stellen. Weitere Informationen hierzu auf der Seite des  Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Bei Ausgangssperren gibt es für Hausärzte und ihre Teams  eine Ausnahme, da sie zu den systemrelevanten Berufen gehören, die nicht komplett ins Homeoffice verlagert werden können. Der Hin- und Rückweg in die Praxis ist in diesem Fall ausdrücklich von einer sogenannten Ausgangssperre ausgenommen, sofern eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers vorliegt.

Für Hausärzte stellen wir hier eine Muster-Erklärung zum Download bereit. 

Die Fachgruppe Mutterschutz der Regierungspräsidien Baden-Württembergs erklärt in ihrer Info Mutterschutz, was es bei der Beschäftigung von schwangeren Frauen in der Hausarztpraxis zu beachten gibt. Demnach sollten schwangere Frauen grundsätzlich nur für patientenferne Tätigkeiten eingesetzt werden. Ob jeweils alternativ andere (personenferne) Tätigkeiten möglich sind, ist in der Gefährdungsbeurteilung festzulegen, zu dokumentieren und ggf. für den Einzelfall zu bestimmen.

Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter zur Einhaltung der Hygieneregeln anhalten und im Arbeitsumfeld auch die Voraussetzungen hierfür schaffen. Hierbei gilt es insbesondere die Arbeitsplatzgestaltung nach SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandard des BMAS einzuhalten:

  • Arbeitsplätze müssen ggf. so umgestaltet werden, dass zwischen den Einzelplätzen mindestens 1,5 m Abstand und am besten noch Trennwände liegen; bei Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr sind letztere inzwischen Pflicht,
  • Desinfektionsmittel, Handseifen, Handtuchspender sind vom Arbeitgeber bereitzustellen,
  • Schutzabstände in Bereichen, in denen sich üblicherweise mehrere Mitarbeiter gleichzeitig aufhalten (Kopierer, Küche, Zeiterfassung, Materialausgabe), sind deutlich zu markieren,
  • Zeitpläne für versetzte Arbeitszeiten, Pausen oder Zeiten zum Wechseln in oder aus der Arbeitskleidung sind vorzugeben,
  • Betriebsmittel, die ständig genutzt werden, sind möglichst personenbezogen bereitzustellen.

Einen Überblick über das Impfschadensrecht finden Sie hier zum Herunterladen.

Impfschadensrecht

Finanzen

Grundsätzlich besteht für eine Praxis, die aufgrund von infektionsschutzrechtlichen Gründen oder per Anordnung von Quarantäne geschlossen wird, Anspruch auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz. Erster Ansprechpartner ist hierfür die zuständige Behörde, die auf der Internetseite des jeweiligen Gesundheitsamtes des Bundeslands oder bei der KBV eingesehen werden kann.

Für ausführlichere Informationen verweisen wir auf die ausführlichen Informationen des Deutschen Hausärzteverbands.

Auch Vertragsärzte können Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Alle Informationen hierzu in der Weisung vom 07.05.2020 – Kurzarbeitergeld an Leistungserbringer im Gesundheitswesen und auf arbeitsagentur.de.

Gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige freier Berufe (wie zum Beispiel Ärzte, Apotheker oder Rechtsanwälte), die sich durch die Coronavirus-Krise in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden, werden vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg im Rahmen eines Soforthilfeprogramms mit einem einmaligen und nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt.

Der Zuschusses sollen Praxen dabei helfen, Engpässe für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten zu überbrücken. Die Zuschüsse sind nach Anzahl der Beschäftigten gestaffelt.

Um einen Antrag stellen zu können, muss sich der Sitz der Praxis in Baden-Württemberg befinden. Alle Informationen zum Soforthilfeprogramm und der Antragsstellung hat das Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg online für Sie zusammengestellt.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank e.G. stellt Informationen zu Soforthilfen für niedergelassene Heilberufler in der Corona-Krise bereit.

Informationen zur Teststrategie finden Sie auf der Seite des RKI.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Alle weiteren Informationen hierzu auf der Website des Bundesfinanzministeriums

Die Coronavirus-Krise stellt vor allem junge Hausärzte, die sich erst vor kurzem den Schritt in die eigene Niederlassung gewagt haben, vor große finanzielle Herausforderungen. Neben Hygiene und Schutzausrüstung, Terminmanagement und Versorgung von Riskiopatienten prägt wirtschaftliche Unsicherheit ihren Arbeitsalltag.

Auch während der Corona-Pandemie müssen laufende Praxisausgaben und Belastungen aus Investitionen bewältigt werden. Patientenzahlen entwickeln sich im Moment aber vollkommen anders als bei der Praxisübernahme kalkuliert. Während Ärzte, die schon seit längerer Zeit niedergelassen sind, im ersten Quartal 2020 mit einer 90-prozentigen an den Einnahmen des Vorjahresquartals angelehnten Auszahlung durch die Kassenärztliche Vereinigung rechnen können, sollen neu niedergelassene Hausärzte 90 Prozent Honorar des Fachgruppendurchschnittes erhalten, auf Antrag 90 Prozent des Vorgängers.

Wenn Sie mit Ihrer neu gegründeten Hausarztpraxis durch die Corona-Krise in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind, empfehlen wir Ihnen das Soforthilfeprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Außerdem kann es hilfreich sein, mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank Kontakt aufzunehmen und Kreditmöglichkeiten zu besprechen.

Eine Übersicht aller Entschädigungen bei Quarantäne, Tätigkeitsverbot oder Schul- und Kitaschließungen nach dem Infektionsschutzgesetz finden Sie auf ifsg-online.de.

Wenn Sie darüber hinaus Fragen haben oder Unterstützung brauchen, dann melden Sie sich jederzeit gerne per E-Mail an info@hausarzt-bw.de bei uns!