Gesund sein ? gesund bleiben
Impfungen für Säuglinge und Kinder sind selbstverständlich. Werden Menschen älter, vernachlässigen sie häufig ihren Impfschutz. Impfungen sind jedoch auch für Erwachsene ein wesentlicher Bestandteil des vorbeugenden Gesundheitsschutzes, zumal das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer wird, genauso wie die körperliche Leistungsfähigkeit insgesamt abnimmt.
In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Jeder muss selbst entscheiden, gegen welche Infektionskrankheit er sich impfen lässt. Um jedem Einzelnen diese Entscheidung zu erleichtern, gibt es die Empfehlungen der Ständigen lmpfkommission (STlKO) am Robert Koch-Institut in Berlin.
Gegen die meisten Krankheiten gibt es doch wirksame Medikamente, warum soll ich mich dennoch impfen lassen?
Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Annahme stehen zur Heilung der meisten Infektionskrankheiten keine geeigneten Medikamente zur Verfügung. Viruserkrankungen wie Hepatitis B oder Masern lassen sich nicht mit Antibiotika behandeln, und viele der Bakterien (z.B. Pneumokokken) weisen zunehmend Antibiotika-Resistenzen auf. Gegen Tetanus gibt es nach wie vor kein wirksames Mittel: In Deutschland stirbt jeder Vierte der Erkrankten. Mit einer Impfung verhindert man die Gefahr einer Erkrankung mit allen ihren Folgen.
Schützt eine Impfung ein Leben lang?
Die Schutzdauer von Impfungen ist unterschiedlich. Bei einigen Impfungen besteht wahrscheinlich ein lebenslanger Schutz wie etwa nach erfolgter zweiter Masern-, Mumps- und Röteln-Impfung. Viele Impfungen, wie zum Beispiel die gegen Tetanus und Diphtherie, schützen etwa 10 Jahre, während andere Impfungen früher erneuert werden müssen. So wird die Grippe-Schutzimpfung jährlich wiederholt. Wichtig zu wissen: Auch das Durchmachen einer Krankheit führt nicht unbedingt zu lebenslanger Immunität. So kann man beispielsweise mehrmals an Keuchhusten erkranken.
Ist ein Mensch, der alle Kinderkrankheiten durchgemacht hat, später widerstandsfähiger?
Nein. Dies macht die körpereigene Abwehr weder besser noch schlechter. Auch Impfungen haben keinen Einfluss darauf, wie widerstandsfähig man später insgesamt als Erwachsener ist. Aber Impfungen bieten Schutz vor den entsprechenden Krankheiten und ihren Folgen.
Sollen sich auch Erwachsene gegen Kinderkrankheiten impfen lassen?
Auch Erwachsene können sogenannte Kinderkrankheiten bekommen, die teilweise schwerer verlaufen als bei Kindern. Für Schutzimpfungen ist es daher nie zu spät. Angehörigen bestimmter Berufe werden solche Impfungen ausdrücklich empfohlen: Zum Beispiel die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln für kinderbetreuendes Personal.
Welche Impfungen werden von der Krankenkasse bezahlt?
Für alle Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden, übernimmt in der Regel die Krankenkasse die Kosten. Bei Empfehlungen für bestimmte Berufsgruppen (zum Beispiel Hepatitis B für medizinisches Personal) zahlt der Arbeitgeber. Reiseimpfungen müssen selbst bezahlt werden.
Wer darf überhaupt impfen?
Impfungen werden meist vom Hausarzt vorgenommen. Jeder Kinderarzt impft. Auch Frauenärzte mit einer Fortbildung dürfen impfen. Gelbfieberimpfungen dürfen nur von speziellen Stellen vorgenommen werden.
Was sind Impflücken?
Viele Menschen haben keinen oder nur einen unvollständigen Impfschutz gegen bestimmte Krankheiten, sie sind entweder gar nicht, unvollständig oder vor langer Zeit geimpft worden. Dadurch entstehen Lücken in ihrer eigenen Immunität, aber auch in der gesamten Bevölkerung. Es ist wichtig, diese Lücken zu schließen, um die Ausbreitung eines Krankheitserregers in der Bevölkerung zu verhindern. Zum eigenen Schutz, aber auch zum Schutz von Personen, die sich nicht selbst durch Impfungen schützen können.
Ist die Impfung nicht ein zu starker Eingriff in das Immunsystem bei Älteren?
Nein, unser Körper muss sich jeden Tag mit Tausenden von Erregern auseinander setzen. Die Impfung hilft dem Immunsystem im Falle einer Infektion schnellst möglich mit Abwehrmaßnahmen zu reagieren: Sie sind dadurch vor einer Erkrankung geschützt.
Muss ich (67) die Impfungen selber bezahlen?
Für alle Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin offiziell empfohlen werden, übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Für Menschen über 60 Jahre sind die jährliche Grippe- und die Pneumokokken-Impfung (alle 6 Jahre) empfohlen, sowie die Auffrischung gegen Diphtherie und Tetanus alle 10 Jahre.
Ich möchte bald Kinder bekommen. Soll ich meinen Impfschutz überprüfen lassen?
Unbedingt! Frauen mit Kinderwunsch sollten rechtzeitig ihren Impfstatus kontrollieren lassen, da einige Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen für das Kind haben. So können Röteln zu Früh- und Fehlgeburten oder zu Behinderungen des Kindes führen. Bei einer Hepatitis B-Erkrankung kann die Mutter das ungeborene Kind bei der Geburt infizieren: Neun von zehn Babys bekommen dann eine chronische Hepatitis B. Keuchhusten kann bei Neugeborenen zu lebensbedrohenden Atemstillständen führen. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich deshalb noch vor geplanter Schwangerschaft impfen lassen. Weitere Personen im näheren Umfeld sollten dies bis spätestens vier Wochen vor der Geburt erledigen.
Wodurch wird Tetanus hervorgerufen? Wie kann man sich infizieren?
Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, wird durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht. Dieser Erreger gelangt meist über verunreinigte Erde von Gärten und Feldern oder über Riss-, Schnitt-, Biss- und Schürfwunden in den Körper. Während der Vermehrung in der Wunde bildet das Bakterium verschiedene Giftstoffe (Toxine), die über die Blutbahn in den gesamten Organismus gelangen und schwere Muskelkrämpfe bis hin zur Muskelstarre hervorrufen. Tetanus verläuft sehr häufig tödlich.
Sind bestimmte Personen besonders gefährdet?
Mit zunehmendem Alter werden die Impflücken in der Bevölkerung größer. Nur noch jeder zweite 40-Jährige ist ausreichend gegen Tetanus geschützt. Personen mit unzureichendem Impfschutz tragen ein erhöhtes Risiko. Mit einer einzigen Injektion lässt sich der Impfschutz aber wieder herstellen.
Was sind die Anzeichen einer Diphtherie?
Man unterscheidet Nasen-, Rachen- und Kehlkopfdiphtherie. Die Schleimhäute schwellen an, es bilden sich Wasseranlagerungen. Durch die Schwellungen kann es zu akuter Atemnot kommen. Kopfschmerzen, Fieber und Erbrechen sind typische Begleiterscheinungen. Bei einer Kehlkopfdiphtherie besteht akute Lebensgefahr durch Ersticken.
Diphtherie und Tetanus kommen doch bei uns kaum vor - warum soll ich diese Impfungen auffrischen?
Es ist richtig: Diphtherie und Tetanus kommen bei uns nur noch selten vor. Allerdings gab es in den letzten 10 Jahren in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion regelrechte Diphtherie-Epidemien. Die Gefahr wächst, dass durch Reisende Diphtherie eingeschleppt wird. Wer sich sorglos verhält und sich nicht impfen lässt, riskiert auch hierzulande eine Infektion. Auch bei einer Urlaubsreise nach Afrika, Süd-Amerika oder Asien kann man sich mit Diphtherie oder Tetanus anstecken.
Ich bin als Kleinkind gegen Diphtherie geimpft worden. Reicht das für einen lebenslangen Schutz aus?
Eine im Kindesalter durchgeführte Grundimmunisierung durch dreimalige Impfung im ersten Lebensjahr bedeutet keinen lebenslangen Schutz gegenüber dieser lebensbedrohlichen Krankheit. Es werden daher Jugendlichen und Erwachsenen konsequente Auffrischimpfungen in zehnjährigen Abständen empfohlen. Da für Diphtherie dasselbe Impfschema gilt wie für Wundstarrkrampf (Tetanus), werden beide Impfungen meist miteinander kombiniert.
Warum sollte man sich als Erwachsener gegen Keuchhusten impfen lassen?
Meist nachts auftretende Hustenattacken verbunden mit Erbrechen stören über Wochen die Nachtruhe und schwächen den Körper erheblich. Gleichzeitig sind besonders noch nicht vollständig immunisierte Säuglinge akut gefährdet, angesteckt zu werden. Erkranken sie, kann Keuchhusten zu Atemstillständen und damit verbunden zu bleibenden Schäden oder zum Tod führen. Die STIKO empfiehlt deshalb allen Erwachsenen mit engem Kontakt zu Säuglingen und Frauen mit Kinderwunsch vor geplanter Schwangerschaft sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen.
Welche Bedeutung hat die Polio-Impfung heute noch?
In Deutschland gilt Polio als ausgerottet, in Ländern Afrikas und Asiens tritt die Krankheit wieder vermehrt auf. Das Virus kann so jederzeit über Reisende wieder eingeschleppt werden und sich ausbreiten, wenn es auf eine Bevölkerung trifft, die nicht ausreichend geimpft ist. Leider verfügen in Deutschland die meisten Erwachsenen über keinen ausreichenden Impfschutz gegen Polio, da sie im Kindesalter nur bis zu drei (statt vier) Impfungen erhalten haben. Ganz einfach schützen kann man sich mit Kombinationsimpfstoffen, die gleichzeitig den Schutz vor Diphtherie und Tetanus (Dreifach-Impfstoff) bzw. sogar zusätzlich den vor Keuchhusten (Vierfach-Impfstoff) auffrischen.
Was ist eine Grippe?
Die echte Grippe ist eine Virusinfektion, auch Influenza genannt. Oft werden auch leichte Erkältungen als Grippe bezeichnet, was jedoch nicht richtig ist. Die echte Grippe tritt jedes Jahr im Winterhalbjahr in Wellen auf, meist November bis März.
Was sind die Anzeichen einer echten Grippe?
Die Erkrankung beginnt plötzlich, Kopf- und Gliederschmerzen treten auf, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten kommen hinzu. Die Erkrankten haben Fieber, oft 38°C und mehr. Bei Älteren treten häufig Komplikationen und schwere Verläufe auf, die zum Tode führen können.
Wer ist besonders gefährdet an einer Grippe zu erkranken?
Kleine Kinder und ältere Menschen tragen ein besonders hohes Erkrankungsrisiko. Bei Älteren kann es zu schweren Lungenentzündungen kommen, bis hin zu Entzündungen des Herzmuskels und des Gehirns. Personen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege (Asthma, Bronchitis) oder anderen Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf- oder Nierenschäden, Diabetes) sind ebenfalls besonders gefährdet.
Wie kann ich mich vor einer Grippe schützen?
Die beste Schutzmaßnahme ist eine Impfung gegen die Grippe. Sie kann ab Spätsommer durchgeführt werden und ist bereits nach 7 bis 14 Tagen wirksam.
Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?
Menschen ab 60 Jahren, kleine Kinder, Personen mit Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Leber-, Nieren-, Atemwegserkrankungen, Diabetes, Immunschwäche sowie Personen, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen wie beispielsweise medizinisches Personal, Lehrer und Erzieher sollten sich impfen lassen.
Warum muss man sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen?
Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten treten bei der Grippe jedes Jahr neue Typen des Erregers auf. Deshalb muss jedes Jahr ein neuer Impfstoff hergestellt werden, der gegen die aktuellen Erregertypen wirksam ist. Nur die jährliche Impfung mit dem aktuellen Impfstoff bietet Schutz gegen die Influenza (Virusgrippe).
Ich habe gehört, die Grippe-Impfung sei für Ältere nicht so verträglich, stimmt das?
Nein. Die modernen Impfstoffe sind gut verträglich, auch für ältere Patienten. Für über 65-jährige gibt es spezielle Impfstoffe, die besonders wirksam sind.
Ich habe gehört, dass ältere Menschen nicht auf die Grippe-Impfung ansprechen, stimmt das?
Werden Menschen älter, wird das Immunsystem schwächer. Auch der Impfschutz ist etwas geringer, aber immer noch ausreichend. Es gibt zwei spezielle Grippeimpfstoffe für Menschen über 65 Jahren. Diese enthalten einen neuen Hilfsstoff (Adjuvan), der dem Umstand des geschwächten Immunsystems Rechnung trägt.
Warum sollte man sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen?
Beide Impfungen schützen vor den schweren Verlaufsformen einer Lungenentzündung. In der kalten Jahreszeit sind wir sowohl den Grippe-Viren als auch den Pneumokokken-Bakterien ausgeliefert. Ist der Körper erst einmal durch Viren geschwächt, gelangen die Pneumokokken-Bakterien leicht in die Bronchien und verursachen am häufigsten Lungenentzündungen, die mit schweren Komplikationen einher gehen können. Neben der generellen Stärkung des Immunsystems sollten sich insbesondere ältere Menschen jährlich gegen Grippe und alle sechs Jahre gegen Pneumokokken impfen lassen. Der Arzt kann beide Impfungen an einem Termin geben.
Welche Impfungen brauche ich (69) außer Grippe und Pneumokokken?
Alle Menschen sollten die Standard-Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio haben. Für Ältere wird dies leider häufig vergessen. Alle zehn Jahre sollte eine Auffrischung gegen Diphterie und Tetanus erfolgen. Besteht enger Kontakt zu einem Säugling, sollte darüber hinaus auch der Schutz gegen Keuchhusten gewährleistet sein. Er hält nach Erkrankung oder Impfung etwa 10 bis 15 Jahre an.
Wann bin ich nach einer Impfung gegen Pneumokokken geschützt?
Es dauert etwa 3 Wochen bis der Körper ausreichend vor den schweren Verlaufsformen einer Pneumokokken-Infektion geschützt ist. Die Impfung sollte dann alle sechs Jahre wiederholt werden, um diesen Impfschutz aufrecht zu erhalten. Im Gegensatz zur Grippe gibt es für Pneumokokken keine Saison. Eine Impfung ist das ganze Jahr über möglich.
Was macht denn Pneumokokken-Erkrankungen so gefährlich?
Die Bakterien können sich sehr schnell ausbreiten und sogar in den Blutkreislauf gelangen. Dann droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung. Bei manchen Menschen verläuft die Erkrankung so blitzschnell, dass selbst die Behandlung mit Antibiotika nicht mehr helfen kann.
Wie erkenne ich (68) überhaupt eine Pneumokokken-Erkrankung?
Schüttelfrost und plötzliches hohes Fieber über 38 Grad sind meist die ersten Anzeichen. Die Beschwerden bei einer Pneumokokken-Erkrankung unterscheiden sich nach dem Entzündungsort: heftiger Husten mit Auswurf bei einer Lungenentzündung, starke Ohrenschmerzen bei einer Mittelohrentzündung oder rasender Kopfschmerz bei einer Hirnhautentzündung. Treten diese Symptome auf, muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden.
Ich bin häufig in Spanien, gibt es die Pneumokokken auch dort?
Pneumokokken sind weltweit verbreitet. Im Ausland sind viele Bakterien gegen Antibiotika unempfindlich. In Spanien ist Penicillin bei über 50 Prozent der Pneumokokken unwirksam, in Japan bei der Hälfte aller Pneumokokken. In USA, Ungarn, Frankreich, Griechenland und Rumänien ist Penicillin bei 30-50 Prozent der Bakterien wirkungslos. Die vorbeugende Schutzimpfung ist daher umso wichtiger.
Mein Arzt hat mir (65) wegen meines Alters zur Pneumokokken-Impfung geraten. Ich habe aber Angst vor den Nebenwirkungen.
Mit zunehmendem Alter nehmen die Abwehrkräfte ab, die Pneumokokken-Bakterien haben dann ein leichteres Spiel. Deshalb wird diese Impfung grundsätzlich für alle über 60-Jährigen und chronisch Kranken jeder Altersgruppe empfohlen. Die Impfstoffe sind alle gut verträglich, es treten selten Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle auf.
Vor drei Jahren hatte ich (59) schon einmal eine Lungenentzündung. Ist eine Impfung gegen Pneumokokken dann noch sinnvoll?
Ja, unbedingt, denn selbst wer bereits eine Erkrankung überstanden hat, ist nicht gegen alle Pneumokokken-Typen immun. Man kann also wieder daran erkranken. Der Impfstoff schützt gegen die 23 am häufigsten vorkommenden Pneumokokken-Typen. Deshalb ist die Impfung richtig und wichtig.
Ich leide schon seit Jahren an chronischer Bronchitis. Zähle ich damit zu den besonders gefährdeten Personen für Pneumokokken-Erkrankungen?
Ja, denn insbesondere wer mit Lungenproblemen zu tun hat, ist besonders gefährdet. Aber auch andere chronische Krankheiten wie Asthma, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen schwächen das körpereigene Abwehrsystem. Das macht es Krankheitserregern wie den Pneumokokken leichter, und eine Erkrankung kommt eher zum Ausbruch.
Ich (68) unternehme sehr viel mit anderen Menschen. Ist eine Pneumokokken-Impfung für mich sinnvoll?
Ja. Pneumokokken werden durch eine Tröpfcheninfektion, das heißt durch Niesen und Husten übertragen. Viele Menschen tragen diese Bakterien in sich, ohne es zu wissen. Jeder kann sich anstecken und erkranken. Daher ist das Zusammensein mit anderen Menschen ein wichtiger Grund, sich impfen zu lassen. Hinzu kommt, dass bei älteren Menschen die Abwehrkräfte generell geschwächt und sie empfänglicher für die Infektion sind.
Ich (70) habe schweres Asthma. Kann ich gegen Pneumokokken geimpft werden, solange ich krank bin?
Gerade bei chronischen Erkrankungen sollten Sie gegen Pneumokokken geimpft werden, allerdings nicht bei einer akuten Infektion, beispielsweise wenn Sie Fieber haben. Banale Infekte, bei denen die Körpertemperatur unter 38,5°C liegt, sprechen nicht gegen die Impfung.
Ich (70) habe gehört, dass die Impfung nicht gegen alle Pneumokokken wirksam ist. Stimmt das?
Die Impfung schützt vor den Hauptverursachern der schweren Pneumokokken-Erkrankungen. Zwar gibt es rund 90 unterschiedliche Stämme, von denen 23 durch den Impfstoff abgedeckt werden. Aber diese 23 sind von der schlimmen Sorte: Sie verursachen 90 Prozent der Erkrankungen.
Mein Arzt sagt, er kann mich (71) nicht gegen Pneumokokken impfen, denn er muss auf sein Budget achten.
Für Sie ist die Impfung offiziell empfohlen, Sie haben ein Recht auf die Impfung. Außerdem fallen Impfstoffe gar nicht unter das Budget, sie können unbegrenzt verordnet werden.
Warum sollte man sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen?
Beide Impfungen schützen vor den schweren Verlaufsformen einer Lungenentzündung. In der kalten Jahreszeit sind wir sowohl den Grippe-Viren als auch den Pneumokokken-Bakterien ausgeliefert. Ist der Körper erst einmal durch Viren geschwächt, gelangen die Pneumokokken-Bakterien leicht in die Bronchien und verursachen am häufigsten Lungenentzündungen, die mit schweren Komplikationen einher gehen können. Neben der generellen Stärkung des Immunsystems sollten sich insbesondere ältere Menschen jährlich gegen Grippe und alle sechs Jahre gegen Pneumokokken impfen lassen. Der Arzt kann beide Impfungen an einem Termin geben.
Welche Impfungen brauche ich (69) außer Grippe und Pneumokokken?
Alle Menschen sollten die Standard-Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio haben. Für Ältere wird dies leider häufig vergessen. Alle zehn Jahre sollte eine Auffrischung gegen Diphtherie und Tetanus erfolgen. Besteht enger Kontakt zu einem Säugling, sollte darüber hinaus auch der Schutz gegen Keuchhusten gewährleistet sein. Er hält nach Erkrankung oder Impfung etwa 10 bis 15 Jahre an.